Rheinfelden
16 zusätzliche Behandlungszimmer – so will das Gesundheitszentrum Fricktal den ambulanten Bereich stärken

Das Gesundheitszentrum Fricktal will sich für die Zukunft rüsten: Für 2,8 Millionen Franken soll das Spital in Rheinfelden ausgebaut werden. Geplant sind 16 zusätzliche Behandlungszimmer für die ambulante Sprechstunde. Ob und wann das Projekt umgesetzt wird, hängt von der finanziellen Entwicklung und dem weiteren Verlauf der Pandemie ab.

Thomas Wehrli
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Für die ambulanten Sprechstunden im Spital in Rheinfelden soll ein Gebäudetrakt aufgestockt werden.

Für die ambulanten Sprechstunden im Spital in Rheinfelden soll ein Gebäudetrakt aufgestockt werden.

Gerry Thönen / Aargauer Zeitung

Es sind bedachte Worte, die Katharina Hirt im Frühsommer 2020 gewählt hat, wenig Monate, nachdem die Coronapandemie ausgebrochen war. Das Gesundheitszentrum Fricktal (GZF) stehe nach zwei sehr positiven, ereignisreichen Jahren auf einem sehr soliden Fundament, schreibt die GZF-Verwaltungsratspräsidentin im Geschäftsbericht 2019.

«Das ist wichtig, insbesondere im Kontext einer globalen Pandemie, die sich als Krankheit mit vielen Gesichtern und Gleichung mit zahlreichen Unbekannten zeigt und uns vor viele Herausforderungen stellt.»

Vor dem neuen Hintergrund von Covid-19 würden die Karten in der Spitallandschaft im Hinblick auf den gewünschten gesundheitspolitischen Wandel neu gemischt, schreibt Hirt weiter und stellt die Frage: «Wie müssen wir uns ausrichten, um in diesem Kontext nachhaltig Erfolg zu haben?»

Ambulantes Angebot weiter ausbauen

Ein Erfolgsgarant für das GZF, das in Rheinfelden und Laufenburg je ein Spital betreibt, war in den letzten Jahren der ambulante Bereich, der sukzessive wuchs. Für 2019, das letzte Jahr ohne Coronaverzerrungen, wies das GZF ein Wachstum im ambulanten Bereich um zwei Prozent auf. Knapp 47'000 Patientinnen und Patienten liessen sich im GZF ambulant behandeln. 2020 waren es dann zwar fast 8000 Personen mehr, jedoch lag das vor allem an den beiden Covid-19-Testzentren.

Klar ist: Die Devise «ambulant vor stationär» wird sich in Zukunft im Gesundheitswesen noch weiter akzentuieren. Dafür möchte das GZF gewappnet sein – und hat ein Baugesuch eingereicht, um den ambulanten Bereich zu vergrössern. Mediensprecherin Sibylle Augsburger Hess sagt:

«Unsere Kliniken erfreuen sich einer grossen Nachfrage nach ihren ambulanten Sprechstunden – und kommen mit den bestehenden Räumlichkeiten an die Kapazitätsgrenzen.»

Das Baugesuch sieht vor, für 2,8 Millionen Franken einen Gebäudetrakt beim Spital in Rheinfelden aufzustocken. «Möglich wäre damit eine Erweiterung mit 16 zusätzlichen Behandlungszimmern», sagt Augsburger Hess.

Ob und wann die Baumaschinen auffahren werden, ist allerdings noch nicht klar. «Der genaue Baubeginn ist noch nicht festgelegt, sagt Augsburger Hess. Dieser hänge von der allgemeinen finanziellen Situation sowie von der weiteren Entwicklung der Covid-19-Pandemie ab.

Zahlen für 2021 stimmen zuversichtlich

Die Vorsicht ist verständlich, denn nach zwei sehr erfolgreichen Jahren fuhr das GZF im 2020 wegen der Coronapandemie einen Verlust von 2,5 Millionen Franken ein. Dazu geführt haben coronabedingte Mehrkosten von 1,8 Millionen Franken sowie erhebliche Umsatzeinbussen, die primär auf die im Frühjahr 2020 sistierten nicht-dringlichen Operationen zurückzuführen waren.

Und 2021? Augsburger Hess äussert sich vorsichtig optimistisch: «Die Lage am GZF pendelte sich im 2021 langsam wieder ein und es zeichnet sich bisweilen auch ein leichter, positiver Trend ab.» Dennoch seien auch im zweiten Jahr die Auswirkungen der Pandemie nach wie vor spürbar. Wie stark, das wird der Geschäftsbericht 2021 zeigen. Er erscheint im Frühling.