Fricktal
Rhein-Schifffahrt: «Eine so schlechte Saison habe ich noch nie erlebt»

Die Bilanz für das Sommergeschäft fällt unterschiedlich aus: Da der Rhein mehrere Wochen wegen des hohen Wasserstands nicht schiffbar war, ist die Schifffahrt bis zu 40 Prozent im Minus. Glaces hingegen sind gefragt.

Marc Fischer
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Diesen Sommer konnte der «Löwe von Laufenburg» nur selten auf dem Rhein fahren.

Diesen Sommer konnte der «Löwe von Laufenburg» nur selten auf dem Rhein fahren.

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«Aufholen kann man das nicht einmal mit einem Traumherbst.» Johann-Peter Michlmayr und Jürgen Schroff brauchen die gleichen Worte. Michlmayr bietet in Bad Säckingen mit seinem «Trompeter von Säckingen» Schifffahrten an, «Löwe von Laufenburg» heisst Schroffs Schiff. Auf dem Rhein unterwegs waren beide deutlich weniger, als ihnen lieb ist. Mehrere Wochen war der Rhein wegen des hohen Wasserstands nicht schiffbar. «Eine so schlechte Saison habe ich noch nie erlebt», betont Schroff. Bis Anfang Juli sei er «40 Prozent im Minus», so Schroff. Zwar hätten sich die Zahlen in den letzten paar Wochen etwas gebessert, aber: «Diese Saison ist nicht zu retten.»

Auf Schweizer Seite war auch die MS Stadt Laufenburg öfter an Land als geplant: «Das Hochwasser im Juni hat einige Ausfälle oder Umbuchungen veranlasst», so Monika Wissler vom Verkehrsbüro. Auch das neue Angebot «R(h)ein zum Erholungsbier» – eine Feierabendbier-Fahrt – fiel einige Male dem Hochwasser zum Opfer. Ansonsten sei das Angebot aber bei Gruppen auf Interesse gestossen und wird auch im September wieder angeboten.

Schwimmbäder unter dem Schnitt

Etwas besser klingt es nach Ablauf der Sommerferien die Schwimmbäder. «Wir liegen etwa zehn Prozent unter den Zahlen eines durchschnittlichen Jahres», so Willy Vogt der Kuba Freizeitcenter AG, die das Strandbad in Rheinfelden führt. «Wenn es die kommenden Wochen noch schön ist, könnten wir mit einem Endspurt noch knapp den Schnitt erreichen.» Bis am 11. September bleibt dafür Zeit. Dann beendet das Strandbad laut Plan die Saison. «Sollte es dann aber schön und heiss sein, verlängern wir die Saison möglicherweise noch um eine Woche.»

Auch in Möhlin liegt die Besucherzahl etwas unter dem Schnitt. Patrick Peter, der Leiter des Schwimmbades Bachtalen, ist aber nicht unzufrieden. «Alles in allem ist es gut gelaufen. Wir haben aktuell den 56. Tag am Stück geöffnet und Besucher. Und die Saison ist ja noch nicht zu Ende», so Peter.

Beliebte Gelati

Während die Schwimmbad-Betreiber noch auf ein schönes Saisonende hoffen, scheinen viele Fricktaler den Glauben daran verloren zu haben. «Seit Ende der Sommerferien laufen die Drähte bei uns in den Filialen heiss», sagt Rolf Gerber von Knecht Reisen. Das Reisebüro führt im Fricktal Filialen in Frick und Rheinfelden. «Viele, die im Sommer nicht weg waren buchen nun noch kurzfristig für die Herbstferien», so Gerber. Auch im Sommer habe es kurzfristig noch zahlreiche Buchungen für den Mittelmeerraum gegeben. Spanien mit den Balearen und Portugal etwa hätten zweistelligen Zuwachs. Für das Mittelmeer-Feeling zuhause sorgen Gelaterias – und das Feeling war hier auch gefragt. Die Geschäfte seien gut gelaufen, sagt Raffaele Marino von Marino Feinkost in Rheinfelden. Und auch Federico Hochreuter vom «Carpe Diem» in Frick ist zufrieden. «Unsere neue Gelateria kommt sehr gut an», so Hochreuter. Pro Woche stelle er aus rund 200 Litern Milch rund 100 Liter Glace her.