Frick

Rettung: Üben mit Riesenkolossen

Das Platzieren und Gebrauchen von Höhenrettungsfahrzeugen auf engstem Raum setzt hohe Fachkompetenz voraus. pro

Das Platzieren und Gebrauchen von Höhenrettungsfahrzeugen auf engstem Raum setzt hohe Fachkompetenz voraus. pro

Erfahrungsaustausch im Weiterbildungskurs Höhenrettungsfahrzeuge.

Im Kanton Aargau sind flächendeckend 12 Höhenrettungsfahrzeuge im Einsatz. Unter dem Kommando von Andreas Fahrni von der Aargauischen Gebäudeversicherung (AGV) fand während eines eintägigen Kurses ein intensiver Erfahrungsaustausch unter den Chefs der Riesenkolosse statt.

Der Auftrag ist klar: Über den Korb der Autodrehleiter soll eine Personenrettung vom dritten Stock eines Gebäudes ausgeführt werden. Für den Laien ein unlösbares Problem wegen der engen Platzverhältnisse und der verschachtelten Gebäudestellungen. Nach kurzer Beratung schreiten die fünf erfahrenen Feuerwehrleute zügig zur Tat.

Sie zirkeln mit dem riesigen 16-Tönner durch die enge Gebäudeöffnung und platzieren das erstaunlich wendige und rund eine Million Franken teure Höhenrettungsfahrzeug auf sicherem Untergrund und mit erforderlichem Abstand von Mauern und Wänden im engen Innenhof.

Mit bemerkenswertem Fingerspitzengefühl bringt der Maschinist dank dem ausgeklügelten elektronischen Steuer- und Überwachungssystem die Drehleiter in Position und die Retter zum Bestimmungsort. Bis zu 30 Meter fährt der Korb hoch und ist sogar an einem Knickgelenk angebracht.

«Effizienz heisst nicht nur schnelles, sondern auch möglichst schlaues Vorgehen», lobte Postenchef Daniel Temperli die wohlüberlegte Taktik seiner Klasse. «Wir wollen, dass die Teilnehmer diskutieren und einen Erfahrungsaustausch vornehmen», erklärte Kurskommandant Andreas Fahrni, denn jede Organisation betreibe das Gerät auf ihre Weise.

Seit fünf Jahren hat der Kanton Aargau ein Konzept mit einer flächendeckenden Verfügbarkeit von Höhenrettungsfahrzeugen (HRF) mit zwölf Standorten, primär bei Stützpunktfeuerwehren. Leistungsvereinbarungen regeln den Einsatz, das Gebiet und die Verrechnung. Bei einer Alarmierung «Brand gross» wird das nächstgelegene HRF automatisch aufgeboten.

Praktiker entwickelten den Kurs

Eine Arbeitsgruppe von fünf HRF-Chefs habe den letzten Kurs von 2013 analysiert, Alarminspektionen und Übungskontrollen der AGV, sowie Piketteinsätze der AGV ausgewertet und daraus den eintägigen Kurs mit fünf Lektionen entwickelt, sagte Fahrni. Jeder Postenchef habe seine Lektion selber entworfen und alles sei in einem Testkurs modifiziert worden.

Sogar das kantonale Alarmdispositiv musste für den Tag angepasst werden, da sich fünf der Autodrehleitern zu Kurszwecken in Frick befanden. Am praxisbezogenen Kurs beteiligten sich alle Aargauer HRF-Chefs und deren Stellvertreter, die ihr Wissen um den sicheren und effizienten Einsatz der Autodrehleiter auffrischten und dies in der organisationsspezifischen HRF-Ausbildung einfliessen lassen werden.

Neben der Standardrettung, der erschwerten Rettung und dem effizienten Einsatz der Autodrehleitern, befassten sie sich mit verschiedensten Absturzsicherungen und auch mit der interessanten Übungsgestaltung.

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