Stein

Restaurant «Rheinfels Park» hat zu kämpfen – Fehlt der Rückhalt im Dorf?

Markus und Xenia Schwehr waren beim Start optimistisch, nun verlassen sie den «Rheinfels Park» vorzeitig. archiv/twe

Markus und Xenia Schwehr waren beim Start optimistisch, nun verlassen sie den «Rheinfels Park» vorzeitig. archiv/twe

Das Restaurant «Rheinfels Park» hat zu kämpfen – die Kritiker überrascht das nicht. Während das Hotel floriert und gut ausgelastet ist, fehlen dem Restaurant oft die Gäste.

Das Hotel Restaurant Rheinfels Park in Stein läuft nicht so, wie sich das Pächter und Gemeinde als Besitzerin wünschen würden. Während das Hotel floriert und gut ausgelastet ist, fehlen dem Restaurant oft die Gäste. Jetzt sieht sich Pächter Markus Schwehr gar gezwungen, die Öffnungszeiten massiv zu reduzieren.

Es ist für den «Rheinfels Park» ein grosser Schritt weg vom Traum, eine Dorfbeiz zu werden, wie es einst am selben Ort das alte Restaurant Rheinfels war. «Die Idee wäre es gewesen, den Ort in einem ähnlichen Rahmen wiederzubeleben. Das hat aber in diesen ersten anderthalb Jahren nicht geklappt», gab Gemeindeammann Hansueli Bühler diese Woche in der az zu.

Von Anfang an umstritten

Dafür scheint es mehrere Gründe zu geben – neben der von Pächter und Gemeinde genannten Grenznähe und dem gesellschaftlichen Wandel. Das lassen zumindest mehrere kritische Stimmen aus dem Dorf durchblicken. Die Gemeinde investierte gut fünf Millionen Franken in das Restaurant und Hotel. Allerdings war das Projekt immer umstritten. Ein erster Vorschlag, der «Generationen-Campus», wurde 2009 abgelehnt. 2012 folgte das Projekt «Rheinfels Park». Redimensioniert zwar, aber noch immer von Kritik begleitet. «Es ist nicht die Sache der Gemeinde, ein Restaurant zu bauen», so die Gegner damals.

Sie überrascht es heute nicht, dass das Restaurant als Dorfbeiz nicht funktioniert. Zu ihnen gehörte Stefan Lüthi, Vizepräsident der SVP-Ortspartei. Er sagt: «Es war klar, dass das nicht läuft.» Ähnlich tönt es bei Kurt Hofmann, Präsident der SVP-Ortspartei, und Einwohner Hanspeter Kämpf. Auch sie gehörten und gehören zu den Gegnern des Projekts.

Ambiance passt nicht zu Beiz

Als Hauptkritikpunkt kristallisieren sich Optik und Ambiance des Restaurants heraus. «Statt in einer heimeligen Gaststube finden sich die Gäste in einem sehr modernen Bau mit grosser Fensterfront wieder», sagt Hofmann. «Das hat nichts mit einer Beiz zu tun.» Der «Rheinfels Park» sei vielmehr ein modernes Restaurant und das spreche eben «ein anderes Publikum als eine Beiz an», sagt auch Lüthi.

Hanspeter Kämpf ergänzt: «Dafür haben wir an der Gemeindeversammlung nicht gestimmt.» Und genau das dürfte nun auch einen Einfluss auf die Gästezahlen im Restaurant haben. Die Kritiker sprechen nämlich unisono davon, dass dem Restaurant der Rückhalt in der Dorfbevölkerung fehle.

Gegner von damals im Boykott

«Es gibt viele Gegner von damals, die aus Prinzip nicht dort einkehren», sagt Kämpf. Stefan Lüthi spricht sogar von einem «Boykott» des Restaurants. Er würde sich allerdings wünschen, dass die Steinerinnen und Steiner sich diese Haltung noch einmal überlegen. Er sei damals selber gegen das Engagement gewesen und finde es auch heute falsch, betont Lüthi. Das Restaurant aber gäbe es nun einmal. «Und es schadet der Gemeinde, wenn der ‹Rheinfels Park› nicht funktioniert.»

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