Über zwei Millionen Tonnen an Lebensmitteln werden jährlich hierzulande verschwendet. Ein Teil davon sind die Reste, die auf den Tellern der Restaurants zurückbleiben. Um diese Verschwendung zu verringern, haben sich einige Restaurants «Doggybags» – Einwegbehälter, in denen der Gast die Speisreste mit nach Hause nehmen kann – angeschafft. Doch wie sieht es damit bei den Fricktaler Gastronomie-Betrieben aus? Die az hat drei Wirte befragt.

«Wenn ich sehe, dass noch viel auf dem Teller liegt, dann frage ich den Gast, ob ich das Essen einpacken soll», sagt Thuri Eiholzer, Wirt vom «Feldschlössli» in Hornussen. Damit der Gast sein Essen transportieren kann, hat der Wirt Styroporboxen auf Vorrat. Sein Angebot, das Essen mit nach Hause zu nehmen, lehnen jedoch die meisten Gäste ab: «Viele Menschen schämen sich ein wenig dafür», vermutet er. Andersherum wird Eiholzer nur äusserst selten gefragt, ob er die Reste einpacken könne. «Wenn, dann muss schon noch ein ganzes Schnitzel auf dem Teller liegen», sagt er.

Auch sein Kollege Markus Schwehr, Geschäftsführer des Hotel-Restaurants Rheinfels Park in Stein, bietet seinen Gästen die Möglichkeit, das Übriggebliebene mit nach Hause zu nehmen. Hierzu legt er die Speisereste auf einen Einwegteller und deckt diesen mit einer Frischehaltefolie ab. Dass die Gäste ein Anrecht auf diesen Service haben, ist für ihn selbstverständlich, denn: «Sie zahlen ja auch für ein ganzes und nicht für ein dreiviertel Gericht.»

Stammgäste und junge Familien

Dennoch nehmen die Gäste nur äusserst selten seinen Service in Anspruch: «Das kommt zwischen ein- und dreimal in der Woche vor. Meistens sind es Stammgäste», sagt er – und junge Familien mit Kindern: «Kürzlich hat eine Mutter Spaghetti mit Tomatensosse einpacken lassen, weil sie diese am Abend für ihr Kind aufwärmen wollte», erzählt Schwehr. Auf die Frage, wieso kaum jemand seine Reste mit nach Hause nimmt, antwortet er: «Möglicherweise sind die Menschen zu stolz mit dem Essen unter dem Arm aus dem Restaurant zu gehen.»

Das Problem von Essensresten kennt Robert Hersche, Wirt des «Landhus» in Gansingen kaum: «Ich habe das Glück, dass die Gäste meine Teller leerschlecken», sagt er. Nur bei der traditionellen «Metzgete» bleibt manchmal etwas übrig. Dann spielen auch Stolz und Scham bei seinen Gästen – im Gegensatz zu seinen Kollegen – keine Rolle: «Oftmals bitten sie mich dann, die Innereien einzupacken. Hierfür habe ich spezielles Take-away-Plastik-Geschirr.»