Obermumpf
Renovation aus einem Guss: Stimmbürger wählen den grossen Wurf

Der Gemeinderat wollte die Schulanlage in Etappen sanieren – die Versammlung aber bewilligt mehr.

Hans Christof Wagner
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Statt einer etappierten Sanierung wählten die Obermumpfer eine Renovation aus einem Guss. Kostenpunkt: 1,65 Millionen.

Statt einer etappierten Sanierung wählten die Obermumpfer eine Renovation aus einem Guss. Kostenpunkt: 1,65 Millionen.

KEYSTONE

Nach der Sanierung des Gemeindehauses steht in Obermumpf bereits das nächste Grossprojekt an: Das 1972 erbaute Schulhaus muss umfassend saniert werden. Dabei hatte sich der Gemeinderat für ein zweistufiges Verfahren entschieden. In einem ersten Schritt sollten Fenster und Aussentüren erneuert sowie Decken und Wände im Keller gedämmt werden. Inklusive Lüftungsanlage und Sonnenschutz hätte das 700000 Franken gekostet.

Diesen Investitionskredit legte der Gemeinderat den Stimmberechtigten am Freitagabend zur Genehmigung vor. Gemeinderätin Astrid Zeiner verwies auf die jährliche Energiekosteneinsparung in Höhe von 10000 Franken. Doch wurden viele Bedenken geäussert, vermissten die Votanten detailliertere Zahlen, fragten nach den Auswirkungen auf den Steuerfuss und danach, was passiert, wenn nach der Gemeindefusion Obermumpf nicht mehr lange Schulstandort bleibt.

1,65 Millionen für grosse Sanierung

Zeiner versuchte zwar, zu beschwichtigen («Von Schulzusammenlegungen ist noch keine Rede»). Dennoch gab dieser Hintergrund dem Verlauf der Debatte eine neue Wendung. Gemeindeammann Eva Frei gab zu bedenken, dass nach einer Gemeindefusion – sollte sie denn im Herbst beschlossen werden – Obermumpf nicht mehr alleiniger Herr seiner Entscheidungen und diese Sommergmeind womöglich die letzte Gelegenheit sei, selbst zu bestimmen. So machte Philipp Schlatter den Antrag, die Schulhausanierung in nur einer Etappe zusammenzufassen und dafür einen Investitionskredit über 1,65 Millionen Franken zu genehmigen.

Von 101 anwesenden Stimmberechtigten stimmten 82 dafür. Für die fast eine Million Franken höhere Variante gibt es die Fassaden- und Dachsanierung sowie eine neue Heizungsanlage, mit dazu. Ausserdem kann die Gemeinde auf Subventionen bauen, die es beim Vorgehen in Etappen wohl nicht gegeben hätte, wie Architekt Roland Lenzin sagte.

Auch das Traktandum «Zusatzkredit für die Erweiterung und Sanierung des Gemeindehauses» kam beim Souverän zwar durch, aber nicht in der vom Gemeinderat vorlegten Form. Mehr als der Zusatzkredit gab die Tatsache zu reden, dass nicht schon früher über die Überschreitung informiert wurde. Eva Frei gab zu, über eine ausserordentliche Gemeindeversammlung nachgedacht zu haben. Doch diese hätte einen Baustopp nach sich gezogen und das Projekt um mindestens ein halbes Jahr verzögert.

Wiederum war es Philipp Schlatter, der den Antrag stellte, die 460 000 Franken aufzusplitten – in die 370 000 Franken für die baulichen Mehrkosten und die 90 000 Franken zwecks Neugestaltung der Umgebung des Gemeindehauses. Dafür votierten 60 Stimmberechtigte. Bei der zweiten Abstimmung, die 90 000 Franken überhaupt zu bewilligen, sagten 41 Nein. Einstimmig erfolgte die Zustimmung zum Schüleraustausch zwischen Obermumpf und Schupfart.