Gleich mehrere Fälle von Streitereien und Schlägereien sorgten übers Wochenende in Deutschland für Schlagzeilen. In Düsseldorf etwa war das gleiche Freibad am Samstag und am Sonntag betroffen und musste gar früher geschlossen werden. Im Fricktal waren die Temperaturen zwar ähnlich heiss, es ging aber in den Badis keinesfalls hitzig zu und her. Im Gegenteil.

«Wir hatten überhaupt keine Probleme», sagt etwa der stellvertretende Leiter des Schwimmbads Möhlin, Armin Wüst. «Die Leute waren zufrieden, dass sie sich bei uns abkühlen konnten und dachten gar nicht daran, zu streiten.» Andreas Herrmann, der in Laufenburg das Badi-Restaurant gepachtet hat, hat festgestellt, dass «manche Gäste etwas ungeduldig waren, wenn sie am Kiosk länger warten mussten als normal». Aber ansonsten habe es keine Streitereien gegeben. Auch Markus Bättig, Betriebsleiter in Frick, spricht von einem «friedlichen und ruhigen Wochenende».

Wobei sich das «ruhig» nur auf allfällige Streitigkeiten bezieht. Besuchermässig blicken die Fricktaler Schwimmbäder nämlich auf das bisherige Rekordwochenende des Jahres 2019 zurück. «Es ist Wahnsinn, was derzeit abgeht», sagt Andreas Herrmann. Normalerweise zähle man in Laufenburg 400 bis 500 Eintritte pro Tag. Am Sonntag waren es 910 und am letzten Freitag inklusive Nachtschwimmen gar 1300. Zur Einordnung der vergangenen Rekordwoche nennt Herrmann noch eine weitere Zahl. «In der ganzen Saison 2018 hatten wir rund 20 200 Eintritte, allein letzte Woche waren es 5300.»

Dieser Ansturm veranlasste Herrmann zu Anpassungen im Angebot. Für diese Gästezahlen könne er nicht täglich verschiedene Menüs kochen. Aktuell hat er deshalb ein Tagesmenü und Snacks im Angebot. Und natürlich Glacé. Wobei die Lagerbestände rapide abnahmen. «Ich warte deshalb dringend auf Nachschub der Glacé-Lieferanten», so Herrmann.

In den grösseren Badis wie Frick oder Möhlin waren die Eintrittszahlen ebenfalls sehr hoch. «Vergangene Woche hatten wir jeden Tag über 1500 Eintritte», so Armin Wüst. «Am Sonntag waren es sogar rund 2800.» Und damit gleichviele wie in Frick, wo Markus Bättig exakt 2784 Eintritte gezählt hat. Diese hohen Zahlen seien erfreulich, so Bättig weiter. Sie seien aber auch nötig. «Schliesslich lief der Mai nicht so gut.»

Falschparkierer gebüsst

Während es im Schwimmbad ruhig blieb, hielten sich auf den Parkplätzen nicht alle an die Regeln. «Ein Gast hat gar auf dem Parkplatz parkiert, der für den Arzt oder Rettungsdienst reserviert ist», so Bättig. Erst nachdem er ausgerufen wurde, habe er umparkiert.

Angesprochen auf die Bilanz des Hitze-Wochenendes spricht Werner Bertschi, Chef der Polizei Oberes Fricktal, denn auch von «viel Verkehr bei den Schwimmbädern». Teilweise hätten die Badi-Gäste in Laufenburg und Frick «kreuz und quer» parkiert, sodass man habe Bussen verteilen müssen. Auch Hansueli Loosli, Leiter der Regionalpolizei unteres Fricktal, spricht von einem Einsatz wegen falsch parkierten Autos. «In Kaiseraugst blockierten einige Fahrzeuge die Rettungszufahrt zur Badi. Diese parkierten auf einer Parkverbotsline und wurden gebüsst.»

Neben diesen Vorfällen und dem Jugendlichen, der in Stein aus dem Rhein gerettet werden musste (siehe Bundauftakt), blicken die beiden Polizeien auf ein ruhiges Wochenende zurück. Im Sommer gebe es immer wieder Meldungen wegen Nachtruhestörung, so die beiden Polizeichefs. «Die einen, die nicht schlafen können, feiern und jene die schlafen wollen, haben die Fenster geöffnet und hören den Lärm und können deshalb nicht schlafen», umschreibt Loosli die Situation. «Doch eine extreme Häufung haben wir nicht festgestellt», so Bertschi.

Beim Gesundheitszentrum Fricktal (GZF) war das Wochenende auch eher ruhig. Laut Sprecherin Miriam Crespo wurden neun Patienten – fünf in Rheinfelden, vier in Laufenburg – wegen der Hitze eingeliefert. Dies sei eine verhältnismässig geringe Anzahl. Äusserlich traten besonders Sonnenbrände auf. «Ansonsten führten vor allem Flüssigkeitsmangel und daraus folgende Kreislaufprobleme bis zum vorübergehenden Bewusstseinsverlust zur Einweisung in den Notfall.» Intern habe sich das GZF gut auf die Hitze vorbereitet, so Crespo. Man spendiere etwa den Mitarbeitenden das Mineralwasser und überprüfe bei Patienten mit wasserentziehenden Medikamenten die Medikamentenliste, da es bei heissen Temperaturen in der Regel weniger als sonst brauche.