Grosser Bahnhof in der Laufenburger Altstadt: Die Eröffnung des Sprachpanoramas im ehemaligen Gasthaus Schlosskeller stiess auf reges Interesse. Viele Besucher erkundeten die übersichtlich gestalteten Räume und bekamen etliches zu lesen und zu hören. Nach einem über ein halbes Jahr dauernden Kraftakt gaben die Macher des Sprachpanoramas Einblicke in den neuen Ausstellungsort über die Sprache. Jetzt verfügt Laufenburg neben Rehmann-Museum und Museum Schiff über einen dritten Ort zum Lernen, Hinschauen und Staunen – worüber sich auch Stadtammann Herbert Weiss an der Eröffnung freute. Dass das Sprachpanorama als Kulturangebot Laufenburg ausgesucht hat, wertete Weiss als «zusätzliche Attraktion für Laufenburg».

Haller liest aus seinen Texten

Der Eröffnungsakt begann mit Erklärungen von Sprachpanorama-Präsidentin und Projektleiterin Florence Aggeler. Sie verstehe das Sprachpanorama als «Kultur- und Bildungsangebot», sagte sie. «Das Sprachpanorama will verschiedene Sprachthemen einem breiten Publikum mit unterschiedlichem Bildungshintergrund näherbringen», so Aggeler. Die auf drei Stockwerke verteilte Dauerausstellung, übrigens die erste ihrer Art im deutschsprachigen Raum, biete vertiefte Einblicke in verschiedene Bereiche der Sprache und der Sprachforschung.
Vier Ausstellungsthemen führen quer durch die Welt der Sprache: Dialekte, Sprachgeschichte, mittels der die Entwicklung der deutschen Sprache von den Germanen bis ins 20. Jahrhundert verfolgt werden kann, Lesen und Sprachen der Welt. An einer interaktiven Station können die Besucher die Vielfalt der Sprachen rund um den Globus erkunden.
Den Eröffnungsakt bereicherten Dieter Studer (Leiter Phonogramm-Archiv Zürich) mit Ausführungen über Stimmen der Schweiz sowie der in Laufenburg lebende Schriftsteller Christian Haller. Unter dem Titel «Wörter, meine Herde» las er Passagen aus erschienenen Werken und bislang unveröffentlichten Texten. Sprache habe für ihn einen doppelten Aspekt, erklärte Haller, «das Beengende und das Öffnende». In seinen Reflexionen über Sprache, Sätze und Wörter mischten sich Gedichte sowie eine Geschichte mit «folkloristischem Wind».

Weitere Themen aufbereiten

Die Macher des Sprachpanoramas legen jetzt ihre Hände nicht einfach in den Schoss. «In Zukunft würden wir gerne weitere Themen aufbereiten und präsentieren», berichtete Florence Aggeler, «dafür müssen jedoch erst noch die notwendigen Mittel zusammenkommen». Aggeler weiter: «Themen, die wir gerne aufbereiten möchten, sind der Spracherwerb, also wie der Mensch Sprache erwirbt und lernt, sowie Mehrsprachigkeit.» Ausserdem soll nach der Eröffnung der Jugendprojektwettbewerb 2017 für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II lanciert werden.