Rheinfelden
Reha vergibt Forschungspreis

Ein Forscherteam entwickelt eine neue Methode, um die Kraft in der Hüftmuskulatur zu messen. Die Reha zeichnet die wissenschaftliche Arbeit aus.

Horatio Gollin
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Simone Gafner (2. v. l.) nahm den mit 5000 Franken dotierten Forschungspreis stellvertretend für ihr Forschungsteam entgegen. Horatio Gollin

Simone Gafner (2. v. l.) nahm den mit 5000 Franken dotierten Forschungspreis stellvertretend für ihr Forschungsteam entgegen. Horatio Gollin

«Dieses Jahr hat ein Thema gewonnen, das eine hohe Relevanz hat», kündigte Corina Schuster-Amft, Leiterin der wissenschaftlichen Abteilung der Reha Rheinfelden, den mit dem Forschungspreis 2018 prämierten Vortrag an. Die siegreiche wissenschaftliche Arbeit trägt den Titel «Unterscheidung zwischen älteren Personen, die stürzen oder nicht stürzen, mithilfe von Hüftmuskel- und Handkraft». Den Vortrag zur Preisübergabe des siebten Forschungspreises der wissenschaftlichen Abteilung hielt Simone Gafner, stellvertretend für das ganze Forscherteam.

Der mit 5000 Franken dotierte Forschungspreis wird jährlich vergeben. Dem Forschungsteam gehören neben Gafner noch Lara Allet, Caroline Bastiaenen, Serge Ferrari, Gabriel Gold, Roger Hilfiker und Philippe Terrier an. Die Forschergruppe setzt sich aus Mitgliedern der Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Kunst der Westschweiz, Wallis und Zürich, der Suva-Rehaklinik Sion, dem Universitätsspital und der Universität Genf sowie der Universität Maastricht zusammen.

Bewerben konnten sich Einzelpersonen ab dem Masterstudium sowie Nachwuchsforscher oder Forschergruppen mit Arbeiten aus den Bereichen Ergotherapie, Kreative Therapien, Logopädie, Physikalische Therapien oder Physiotherapie. Die eingereichten Arbeiten durften maximal 30 Seiten lang sein. Die Gewinnerstudie wurde mit 18,5 von 20 Punkten für das inhaltliche-methodische Vorgehen als beste von den zehn eingereichten Arbeiten durch die dreiköpfige Jury bewertet. Neben Schuster-Amft gehörten noch Annina Schmid von der Universität Oxford und Geert Verheyden von der katholischen Universität Leuven der Jury an.

Sturzgefährdet oder nicht?

Schuster-Amft merkte an, dass neben der hohen, thematischen Relevanz die Studie sich auch durch eine Validierung der Messmethoden und der Ergebnisse auszeichne. Gafner führte aus, dass statistisch 25 Prozent der über 65-Jährigen, die noch zu Hause leben, einen Sturz im Jahr erleiden, in Betreuungseinrichtungen sogar 39 Prozent. Da die Hüftmuskulatur eine wichtige Rolle für das körperliche Gleichgewicht spielt, hatte das Forscherteam eine neue Methode entwickelt, die Kraft der Hüftmuskulatur zu messen. Dabei wurde weiter untersucht, ob mittels der Methode unterschieden werden kann, ob ältere Menschen sturzgefährdet sind oder nicht.

Ebenso wurde auch die Handmuskulatur der an der Studie teilnehmenden Personen gemessen. «Wir haben die Handschlusskraft einbezogen, um auch etwas über die globale Kraft sagen zu können», erklärte Gafner. Die Studie habe ergeben, dass die Hüftmuskulatur eine bessere diagnostische Unterscheidung bei der Sturzgefahr ermöglicht als die Handschlusskraft. Unter Applaus der rund 100 Anwesenden überreichten Matthias Mühlheim, der administrative Direktor der Reha, und Thierry Ettlin, der medizinische Direktor, die Urkunde an Gafner.