Rheinfelden

Reha Rheinfelden verleiht Forschungspreis für einmal an zwei Teams

Vertreter der Reha Rheinfelden und der Forscherteams bei der Preisübergabe.

Vertreter der Reha Rheinfelden und der Forscherteams bei der Preisübergabe.

Die Reha Rheinfelden verleiht den Forschungspreis 2019 an zwei Forscherteams aus dem Bereich Physiotherapie für ihre Studien «Spielerisches, hochintensives Intervalltraining bei älteren Personen» und «Erkennen und Vermeiden des Verschluckens nach einer Lungenoperation».

Der mit 5000 Franken dotierte Forschungspreis für wissenschaftliche Arbeiten im therapeutischen Bereich geht je zur Hälfte an beide Teams. Wie lassen sich frühzeitige Immobilität im Alter und Komplikationen nach einer Lungenoperation vermeiden? Diese beiden Fragen standen im Mittelpunkt der zwei prämierten Arbeiten.

Körperliche Inaktivität ist der vierthäufigste Risikofaktor für Sterblichkeit und jährlich für etwa 10 Prozent der Todesfälle verantwortlich. In einer Studie befasste sich ein Forscherteam aus dem Bereich der Physio- und Ergotherapie des Universitätsspitals Zürich, der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, des Kantonsspitals Winterthur und des Instituts für Bewegungswissenschaften der ETH Zürich mit der Durchführbarkeit eines auf virtueller Realität basierten, hochintensiven Intervalltrainings bei 65- bis 80-jährigen Personen. Bei dem zwölfmal über vier Wochen durchgeführten 20- bis 30-minütigen Training wurden Akzeptanz und Anwendbarkeit des Trainings untersucht. Zusätzlich standen auch Parameter der kardiovaskulären Fitness der älteren Personen im Fokus.

Signifikant weniger ­Lungenentzündungen

In der zweiten prämierten Arbeit untersuchte ein Forscherteam des Berner Inselspitals den Effekt einer frühzeitigen Behandlung des Verschluckens nach einer Lungenresektion. Die Forscher fokussierten sich auf die Vermeidung einer Lungenentzündung und anderer lebensbedrohlicher Komplikationen aufgrund des Verschluckens sowie auf die Länge des Spitalaufenthaltes. Innerhalb von zwei Jahren wurden über 430 Patienten behandelt. Im Vergleich zur Kontrollgruppe erkrankten in der behandelten Gruppe signifikant weniger Patienten an einer Lungenentzündung, es gab keine Todesfälle und die Aufenthaltsdauer war kürzer.

Namentlich geht der Forschungspreis 2019 an Stefanie Rebsamen, Ruud H. Knols, Pierrette Baschung Pfister und Eling D. de Bruin für ihre Arbeit zum hochintensiven Intervalltraining bei Senioren und an Joachim M. Schmidt Leuenberger, Beatrix Hoksch, Gere Luder, Ralph A. Schmid, Martin L. Verra und Patrick Dorn für ihre Arbeit zur Vermeidung von Komplikationen nach Lungenoperationen. Die Preisübergabe fand im Rahmen einer grossen Fortbildungsveranstaltung der Reha Rheinfelden statt, bei welcher beide Forschungsarbeiten von den Originalautoren dem Publikum präsentiert wurden.

Der Forschungspreis der Reha Rheinfelden wird jährlich vergeben. Die nächste Bewerbungsfrist endet am 31. August 2020. (az)

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