125-Jahr-Jubiläum
500'000 Franken Verlust: Ein bewegtes Jahr für die Reha Rheinfelden

Auch der Reha Rheinfelden geht es in der Coronapandemie nicht besonders gut. Trotzdem hat sie aufgrund des 125-Jahr-Jubiläums einen Grund zum Feiern. Die Leitung der Reha hat an einer Medienkonferenz informiert.

Simon Widmer
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Die Reha Rheinfelden machte im letzten Geschäftsjahr eine halbe Million Franken Verlust.

Die Reha Rheinfelden machte im letzten Geschäftsjahr eine halbe Million Franken Verlust.

zvg / Fricktal (Juni 2020)

Aktuell ist jeder von Corona betroffen – selbst der Gesundheitssektor, der ja eigentlich mit der Behandlung von Patienten Geld verdient. Einen Verlust von rund einer halben Million Franken musste die Reha Rheinfelden im letzten Jahr hinnehmen, wie Matthias Mühlheim, administrativer Direktor der Reha Rheinfelden, an der Jahresmedienkonferenz ausführte. 2 bis 2,5 Millionen Franken weniger Umsatz als erwartet hat die Reha generiert; und das, obwohl der neue Teil «Reha Ost» und die Sanierung des Bettenhauses nun abgeschlossen und voll in Betrieb sind.

Es gibt kaum einen Bereich, der nicht in irgend einer Art und Weise vom Virus betroffen ist, sei das bei der kooperativen Arbeit mit anderen medizinischen Einrichtungen, die, wie es Mühlheim ausdrückte, nur auf Sparflamme laufen, oder sei es das Maskentragen bei Therapien. Kurse wie etwa Medical Fitness seien im Moment auch nur begrenzt möglich. Thierry Ettlin, Chefarzt und Medizinischer Direktor, meint:

«Wir versuchen es, aber es geht mehr schlecht als recht.»

Es sei ein Umstieg auf Onlinemedien erfolgt, aber gerade bei physischen Veranschaulichungen sei das natürlich nicht wirklich sinnvoll umsetzbar.

Mehrkosten und Ertragsausfall

Der grösste Einschnitt fand aber bei zwei Bereichen statt: Der Mehraufwand aufgrund der Richtlinien des Bundes wie beispielsweise die Datenerhebung jeder Person, die im Gebäude ein- und ausgeht, sowie der Ertragsausfall. Bei ersterem sind für zusätzliches Personal, Desinfektionsmittel und Ähnliches rund eine Million an direkten Kosten angefallen.

Der Ertragsausfall ist dabei vor allem auf das Verbot für Wahleingriffe in Akutspitälern sowie die Zurückhaltung der Menschen, während einer Pandemie in ein Spital zu gehen, zurückzuführen. Auch wenn die Reha Rheinfelden zwischenzeitlich eine Isolationsstation für den Bund mit 22 Betten betrieben hatte und dadurch zusätzlichen Umsatz generieren konnte, beträgt der Ausfall rund 1,5 Millionen Franken.

Aktuell werde gerade die Frage behandelt, inwiefern Gesundheitseinrichtungen für diese Aspekte vom Kanton entschädigt werden. Für Mühlheim ist der Fall klar: «Zumindest für den Mehraufwand muss uns der Kanton entschädigen.»

Das kommende Geschäftsjahr sieht auch nicht eben rosig aus. Mühlheim sagt: «Die Klinik ist jetzt zwar wieder voll, aber die ersten Monate werden trotzdem zu einem Minus führen.» Ettlin ergänzt dazu:

«Aufholen ist nicht möglich, wir können nur noch den Schaden begrenzen.»

125 Jahre Reha Rheinfelden

Auch wenn die finanzielle Lage der Reha nicht wirklich Grund zur Freude sei, sei man trotzdem in Feierstimmung, sagt Mühlheim. Der Grund dafür: Schon 125 Jahre gibt es die Reha Rheinfelden, es ist das Jubiläumsjahr. Damit sei Corona nach der Spanischen Grippe bereits die zweite Pandemie, die die Einrichtung erlebe, doch er habe keine Berichte aus der Zeit gefunden, erzählt Mühlheim.

Für das Jubiläum sind mehrere Anlässe geplant, darunter ein Personalfest und ein VIP-Anlass im November. Der «Tag der offenen Tür» musste aufgrund der Pandemie abgesagt werden.

Fokus auf Rheumatologie

Aktuell sind 688 Personen in der Reha angestellt, was 514 Vollzeitstellen entspricht. Es wurden rund 70'000 Pflegetage geleistet und 2414 stationäre Patientinnen und Patienten behandelt. Nach wie vor kommt der grösste Anteil davon mit über 80 Prozent aus der Nordwestschweiz (Solothurn mit einberechnet).

Zurzeit habe man stationär und ambulant die gleichen Behandlungsoptionen, erklärt Thierry Ettlin, Chefarzt und Medizinischer Direktor. Die wichtigsten Bereiche dieses medizinischen Leistungsangebotes sind hierbei die neurologische sowie die muskuloskelettale Reha. Bei ersterem machen Schlaganfälle rund die Hälfe der Behandlungen aus, wobei beim zweiten Bereich die Reha nach orthopädischem Gelenkersatz die grösste Ursache ist. Ettlin sagt:

«Aktuell setzen wir einen besonderen Schwerpunkt auf die Entzündliche Rheumatologie.»

Besonders die ambulanten Medikamentösen Infusionen zur Behandlung seien hierbei hervorzuheben.