FDP-Bezirksparteien

Regierungsrat Stephan Attiger mahnte am Wirtschaftstreffen: «Klima ist nicht einfach ein Umweltthema»

Regierungsrat Stephan Attiger verwies auf die Herausforderungen des Klimawandels.

Regierungsrat Stephan Attiger verwies auf die Herausforderungen des Klimawandels.

Am Wirtschaftstreffen der FDP-Bezirksparteien stand nachhaltiges Wirtschaften im Fokus. Für den Klimawandel ­gebe es keine Impfung, sagte Feldschlösschen-Chefin Gerber.

Im Restaurant Schützen begrüsste Grossrat Bruno Tüscher am Montagabend im Namen der zwei FDP-Bezirksparteien Laufenburg und Rheinfelden die Gäste zum traditionellen Wirtschaftstreffen 2020 mit dem Thema «Wirtschaft und Klima – geht auch beides?».

In vergangenen Jahren waren zu der Veranstaltung, die sich vor allem an die eigene Parteibasis richtet, bis zu 75 Besucher gekommen. Aufgrund der Coronapandemie galt diesmal eine Beschränkung auf 40 Personen. Am Eingang wurden Gesichtsmasken auf Wunsch ausgegeben und Abstandhalten war geboten. Schon das Begrüssungsgetränk sollten die Gäste im Sitzen einnehmen.

«Bierbrauen ist ein ­energieintensiver Prozess»

«Das Thema Energiesparen haben wir nicht erst seit der Klimakrise. Bierbrauen ist ein energieintensiver Prozess», sagte Gaby Gerber von der Geschäftsleitung der Feldschlösschen Getränke AG, die über nachhaltige Massnahmen und die Zukunftsstrategie des Unternehmens berichtete.

Bis 2030 will das Unternehmen an seinen Produktionsstandorten CO2-neutral werden und auch den CO2-Ausstoss auf der restlichen Wertschöpfungskette reduzieren. «Im Moment ist Verpackung das grosse Thema», sagte Gerber, da 40 Prozent des CO2-Ausstosses der Wertschöpfungskette auf Verpackung entfalle. Derzeit stellt das Unternehmen die Verpackung auf eine zu 100 Prozent recycelbare Folie um.

Um Emissionen bei der Auslieferung des Gerstensaftes einzusparen, hat das Unternehmen 20 E-Lastwagen bestellt. «Die Debatte wird uns noch lange beschäftigen, weil für den Klimawandel gibt es keine Impfung», meinte Gerber.

«Ökonomie nur mit gesunder Ökologie möglich»

«Ökonomie und Ökologie sind untrennbar miteinander verbunden», führte Raphael Jehle, Geschäftsführer der Jehle AG im Mettauertaler Ortsteil Etzgen, aus. «Unsere Ökonomie ist nur ­möglich mit einer gesunden Ökologie.»

Jehle sprach sich für wirtschaftliche Anreize und gegen staatliche Verbote aus, um die Umweltbelastung zu senken. Seit 1986 hat das Unternehmen für Werkzeugbau, Stanz- und Umformtechnik in umweltfreundliche Technologien wie die Nutzung der Abwärme investiert und durch die seit 2014 umgesetzten Massnahmen in verschiedenen Bereichen konnte der jährliche CO2-Ausstoss um 240 Tonnen gesenkt werden. Durch intelligente Lösungen können Wirtschaft und Klima verbunden werden, so Jehle, der sich auch für weniger Konsum von tierischen Produkten aussprach, da die Nutztierindustrie der Hauptverursacher von Treibhausgasen sei.

Stephan Attiger, Regierungsrat und Vorsteher des Departements Bau, Verkehr und Umwelt, verwies auf Temperaturerwärmung und Zunahme an CO2 in der Atmosphäre, die schon lange dokumentiert werden. Als Folgen führte er trockene Sommer, die Zunahme von heftigen Niederschlägen und schneearme Winter an. «Das sind Herausforderungen, auf die wir reagieren müssen», so Attiger.

«Klima ist nicht einfach ein Umweltthema»

Der Kanton verfolgt das Ziel, bis 2050 den CO2-Ausstoss auf Null zu reduzieren. Neben Klimaschutz gelte es aber auch, sich an die Klimaerwärmung anzupassen. «Klima ist nicht einfach ein Umweltthema, sondern geht in jeden Bereich rein», so Attiger. In einem ersten Schritt wolle der Kanton die Energiemenge verringern, um im zweiten Schritt die Energieträger anzugehen.

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