Es war viel los in der pittoresken Altstadt von Laufenburg am Rhein: Noch vor der offiziellen Eröffnung des zweiten der Europäischen Tage des Denkmals fand eine grosse Schar von Interessierten den Weg auf die Burgruine auf der Kuppe des Schlossbergs. Hinterher konnten sie sich am Laufenplatz über die Arbeit der Kantonalen Denkmalpflege informieren. Zum ersten Mal konzentrierte sich die Veranstaltung auf einen Ort und widmete sich dem Thema «Macht und Pracht».

«Für uns ist das ein Versuch», erklärte Reto Nussbaumer, Chef der Denkmalpflege des Kantons Aargau, «früher waren wir im ganzen Kanton unterwegs.» Jetzt habe man sich für einen Ort entschieden, eben Laufenburg, wo er und seine Mitarbeiter «eine fantastische Gastfreundschaft erlebt haben». Nussbaumer fährt fort: «Was heute läuft, ist für Jung und Alt, ein Programm für die ganze Familie.»

Nachdem sein Vorredner, Laufenburgs Stadtammann Herbert Weiss, mit Blick auf das beschlossene Altstadtkonzept (20 Millionen Franken für Erwerb und Sanierung von Liegenschaften in der Altstadt) den Wunsch «nach mehr Unterstützung von Bund und Kanton» geäussert hatte, antwortete Nussbaumer: «Auch wir haben ein grosses Interesse an einer belebten Altstadt und unterstützen solche Bemühungen.»

Das Grundbuchamt als Vorbild

Wie es vorbildlich gehen kann, war gestern am Fall des ehemaligen, derzeit sich in Renovation befindenden Grundbuchamts zu sehen. Das Gebäude, 1830 als Armenwohnhaus errichtet, war eine von acht Stationen in Laufenburg im Rahmen der Europäischen Tage des Denkmals. Andere Stationen waren das Rheinkraftwerk, die Altstadtgasse, das frühere Rathaus, das alte Zeughaus sowie die Stadtkirche – allesamt von fachkundigem Personal vorgestellt. «An diesem Wochenende biete sich die besondere Möglichkeit, viele grossartige Bauwerke aus vergangenen Zeiten zu bestaunen und in das vielfältige Kulturerbe des Kantons Aargau einzutauchen», hielt Regierungsrat Alex Hürzeler, Vorsteher des Departements Bildung, Kultur und Sport, fest.

Und: «Die Bemühungen der Gemeinschaft, der Städte und Dörfer sind entscheidend, um auch den nächsten Generationen das breite kulturelle Erbe aus den verschiedenen Regionen unseres Kantons präsentieren zu können.» Hürzeler: «Der Kulturkanton Aargau entsteht und lebt zu wesentlichen Teilen in den Gemeinden und der Bevölkerung. Diese zeigen ein grosses Engagement bei der Pflege und Erhaltung ihrer historischen Bauwerke.» Laufenburg habe in der Hinsicht «einen Vorzeigecharakter».

Auch andere geschichtsträchtige Orte im Kanton würden viel in ihre Kulturgüter investieren, so Hürzeler. Davon konnten sich an diesem Wochenende die Besucher an den zahlreichen Führungen auch an anderen Orten wie Wildegg, Windisch, Zofingen oder Kaiseraugst überzeugen.

Alex Hürzeler schürte gestern noch etwas Vorfreude auf den 10. Band der Publikation «Kunstdenkmäler der Schweiz/Aargau». Dieser befasst sich mit dem Bezirk Laufenburg und befindet sich derzeit in der Redaktionsphase. Laut Hürzeler soll die Forschungsarbeit 2019 als Buch erscheinen.