Laufenburg
Regierungsrat Attiger rühmt «Premium-Lage» des Fricktals

Regierungsrat Stephan Attiger war zu Gast bei der FDP des Bezirks Laufenburg in der Bäckerei Maier und referierte über die Zukunftschancen des Fricktals und des Swissgrid-Areals.

Dieter Deiss
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Häubchen für die Hygiene: Regierungsrat Stephan Attiger (r.) besuchte die Bezirks-FDP in Laufenburg. dds

Häubchen für die Hygiene: Regierungsrat Stephan Attiger (r.) besuchte die Bezirks-FDP in Laufenburg. dds

Mitten in der Bäckerei Maier in Laufenburg traf sich die FDP des Bezirks Laufenburg mit Regierungsrat Stephan Attiger. Der Gang durch die Schmutzschleuse und das weisse Häubchen seien nötig, damit den Hygienevorschriften entsprochen werden könne, erklärte André Maier, Geschäftsleitungsmitglied der Bäckerei Maier bei seiner Begrüssung.

Als Übergangsraum zwischen den Metropolitanräumen Basel und Zürich sei die Situation des Fricktals eine besondere, erläuterte Baudirektor Attiger zu Beginn. Der FDP-Regierungsrat verwies auf das neue Raumplanungsgesetz.

Der Kanton müsse die Siedlungsgebiete bestimmen. Inskünftig dürften nur noch in den bezeichneten Siedlungsgebieten Neueinzonungen vorgenommen werden. «Die Natur ist der Standortfaktor Nummer eins», so Attiger.

Dies gelte insbesondere für das Fricktal, wo es intakte Landschaften und Naherholungsräume gebe. Als gutes Beispiel nannte er dazu den Jurapark Aargau. Dieser sei ein Bijou, meinte Attiger, hier habe die Natur ganz klar Vorrang.

Hohe Wertschöpfung im Fricktal

Nebst dem Wohnen und der Erholung sei aber auch die Wirtschaftskraft von grosser Bedeutung. Hier schneide das Fricktal besonders gut ab. In Sachen Wertschöpfung pro Beschäftigten liege das Fricktal schweizweit an erster Stelle, was eine Folge der hohen Wertschöpfung der Pharmaindustrie sei.

Davon würden auch zahlreiche Zulieferbetriebe im Fricktal profitieren. Die Standortförderung des Kantons befasse sich im Moment mit dem Sisslerfeld, dem grössten zusammenhängenden Areal im Kanton, das noch entwickelt werden kann, und dem Swissgrid-Areal in Laufenburg-Kaisten.

«Es ist gut, wenn wir noch solche Entwicklungsmöglichkeiten haben», führte Attiger aus. Das Fricktal verfüge über eine «Premium-Lage» mit einem überdurchschnittlichen Wachstumspotenzial, schloss der Regierungsrat seine Ausführungen.

In der Diskussion erkundigte sich ein Votant nach Lösungsansätzen für das tägliche Stauproblem auf der Autobahn Richtung Basel.

In Anspielung auf die abgelehnte Preiserhöhung für die Autobahnvignette meinte Attiger, dass die 100-Franken-Vignette bewilligt worden wäre, wenn man das Geld ausdrücklich zur Staubewältigung eingesetzt hätte.

Für den Aargau sei freilich die kommende Abstimmung zum Ausbau des öffentlichen Verkehrs zentral. Es sei wichtig, dass man für den Güterverkehr separate Trassen baue und diesen aus den Siedlungsgebieten herausnehme.

Nicht erwärmen mochte sich Attiger für den vorgeschlagenen Ausbau der Rheinschifffahrt. Schon mehrmals habe der Regierungsrat den möglichen Ausbau im Detail geprüft, man sei jedoch immer zu einem Nein gekommen. Nebst der Rücksichtnahme auf Natur und Landschaft sei auch die Wirtschaftlichkeit eines Ausbaus kaum gegeben.

Technopark auf Swissgrid-Areal?

Auf die Frage, ob das Raumplanungsgesetz nicht zu Benachteiligungen führe, meinte der Baudirektor, dass das Bauen ja nicht verboten werde. Durch eine Nutzung von Baubrachen oder durch verdichtetes Bauen ein Wachstum auch inskünftig möglich.

Wachstum bedeute zudem auch Investitionen in die Infrastruktur. Man müsse die ideale Grösse finden.

Zur Zukunft der Swissgrid führte Attiger aus, dass man mit den betroffenen Gemeinden zusammen an der Zukunft arbeite. Das Ganze sei freilich eine Herausforderung.

Man müsse sich überlegen, ob man für das ganze Areal ein Grossunternehmen finde oder ob dieses nicht von verschiedenen kleinen Unternehmen, beispielsweise im Sinne eines Technoparks, genutzt werden könnte.