Nach einem trockenen Januar fällt seit Wochenbeginn wieder Regen im Fricktal. Bei der Energiedienst Holding AG, die in Laufenburg und Rheinfelden die Kraftwerke betreibt, sorgt dieser Wetterumschwung für Freude. «Wir freuen uns über steigende Abflussmengen», so Energiedienst-Sprecherin Alexandra Edlinger.

Im Januar waren die Abflussmengen nämlich gering. Neben dem Regen blieb durch die Kälte auch das Schmelzwasser aus. «In Laufenburg führt der Rhein dieses Jahr durchschnittlich 450 Kubikmeter Wasser pro Sekunde», so Edlinger.

Der langjährige Januar-Mittelwert liege jedoch bei 785 Kubikmetern pro Sekunde. Heute sollen die Abflussmengen aufgrund des Regenwetters und der wärmeren Temperaturen erstmals in diesem Jahr in die Nähe des langjährigen Januar-Mittels kommen. Laut Edlinger sind 750 Kubikmeter Wasser pro Sekunde prognostiziert. Ab morgen sollen die Abflussmengen gemäss den Berechnungsmodellen jedoch bereits wieder sinken.

Revision statt Stromproduktion

Doch was bedeuten diese geringen Abflussmengen für die Stromproduktion? «Da die Wasserführung des Rheins bei etwa 60 Prozent des Januarmittelwertes lag, bewegt sich die Stromproduktion auch auf diesem Niveau», so Edlinger. In einem durchschnittlichen Januar wird eine Produktionsleistung von etwas mehr als 50 Prozent der installierten Leistung erreicht. Dieses Jahr betrug sie rund ein Drittel.

Edlinger sagt allerdings auch, dass die tiefe Stromproduktion für diese Jahreszeit nichts Besonderes sei. «Solche trockenen Perioden kommen immer wieder vor.» Die Kraftwerke sind darauf vorbereitet. «In der kalten Jahreszeit laufen die Wasserkraftwerke am Rhein in der Regel nicht auf Hochtouren, weil meist eine unterdurchschnittliche Wasserführung vorliegt und dementsprechend eine geringere Produktion» , so die Energiedienst-Sprecherin. «Wir nutzen die wasserarme Zeit für Revisionen an unseren Anlagen.»

Höchste Werte im Frühsommer

Erfahrungsgemäss wasserreicher sollten dann die Monate Mai bis Juli werden. Dann ist gemäss Alexandra Edlinger die abflussreichste Zeit. «Eine Produktion auf Volllast ist daher eher im Frühsommer zu erwarten.» Das Kraftwerk Rheinfelden kann 1500 Kubikmeter Wasser pro Sekunde verarbeiten, das Kraftwerk Laufenburg etwas weniger, nämlich 1370 Kubikmeter pro Sekunde. Im Jahresdurchschnitt führt der Rhein rund 1000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde.