Schupfart
Rega im Fricktal: Der Flugplatz-Pächter will den Ball flachhalten

Der AeCS Fricktal bietet Hand bei den Abklärungen, ob sich der Flugplatz in Schupfart als Rega-Basis eignet – vorausgesetzt, es entsteht kein Reputationsschaden.

Thomas Wehrli
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Ein Rega-Helikopter (Archiv)

Ein Rega-Helikopter (Archiv)

Die Reaktion kam postwendend: Er finde die Idee, in Schupfart eine Rega-Basis einzurichten, «nicht sonderlich gut», sagte Hansueli Bühler, Präsident des Planungsverbandes Fricktal Regio, vor einer Woche.

Tags zuvor hatte die az publik gemacht, dass die Rega Alternativen zur Einsatzbasis auf dem Euro-Airport in Basel prüft – und dabei auch ein Auge auf den Flugplatz im Fricktal geworfen hat.

Es seien sehr viele Einsätze, so Hansueli Bühler, und das bringe «eine starke Lärmbelastung für die ganze Region» mit sich. Auch andere Stimmen warnen vor dem zusätzlichen Fluglärm.

Eine (gewichtige) Stimme hörte man indes bislang kaum: Jene des AeCS-Regionalverbandes Fricktal. Er hat das Land von der Gemeinde gepachtet und ihm gehört der Flugplatz. Mit anderen Worten: Ohne ihn läuft in Sachen Rega-Basis in Schupfart gar nichts.

Das Schweigen hat mehrere Gründe. Erstens, so argumentiert der Verband, liege noch gar kein Projekt vor, sondern erst eine Idee; man wisse noch zu wenig. Ob eine Rega-Basis Schupfart je das Projektstadium erreicht, ist derzeit in der Tat offen.

Zweitens ist man beim AeCS vom letzten Jahr her gebrannt: Bei der Erneuerung des Pachtvertrages brandete eine emotionale Diskussion um Fluglärm, -zeiten und -zahl auf. Den neuen Pachtvertrag brachte man erst nach einer Zusatzschlaufe und mehreren Abstrichen unter Dach und Fach.

Seither ist wieder Ruhe eingekehrt. Dieses Einvernehmen will der AeCS um keinen Preis gefährden, das zeigt auch ein Schreiben, das der Vorstand nach dem az-Artikel an seine Mitglieder versandt hat. Man ist sich «der Wichtigkeit und des Einflusses eines solchen Projektes auf unser Umfeld» bewusst.

Auswirkungen sind unklar

Der Flugplatz sei «in der heutigen Form» von den Einwohnern akzeptiert, heisst es im Schreiben. «Die Ansiedlung der Rega würde einen veränderten Betrieb auf unserem Flugplatz mit sich bringen.»

Was diese Veränderungen für den AeCS bedeuten könnten, ist unklar. «Ob und wie dieses Projekt allenfalls unseren Luftsportvereinen schaden oder helfen könnte», sei zum jetzigen Zeitpunkt ebenso Spekulation wie die Frage, ob das Projekt je umgesetzt werde.

Der AeCS will Hand bieten, dies zu klären – allerdings unter der Prämisse, «dass der Name Schupfart oder unser Flugplatz in keiner Art und Weise einen Reputationsschaden erleidet». Dies setze eine «professionelle und koordinierte Kommunikation aller Beteiligten» voraus – was zu gut Deutsch heisst: Der Lead muss bei der Rega liegen.

Doch was hält der AeCS selber von der Idee einer Rega-Basis in Schupfart? Auch dazu macht der Vorstand im Schreiben nur eine vage Andeutung: Man rede «bestenfalls von einer legitimen Idee, aviatische Tätigkeiten an entsprechend für die Luftfahrt definierten Lokationen zusammenzufassen, bevor dafür extra eine neue Lokation geschaffen werden muss». Fortsetzung folgt.

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