Gipf-Oberfrick
Referendum gegen Hochwasserschutz: Projekt soll für das ganze Dorf sein

In Gipf-Oberfrick bildet sich Widerstand gegen den geplanten Hochwasserschutz. Die Gegner fordern ein weitsichtigers Projekt. Nun hat die Unterschriftensammlung gegen Beschluss der Gemeindeversammlung begonnen.

Walter Christen
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Fliesst viel Wasser talwärts, wird es dem Bruggbach in Gipf-Oberfrick in seinem Bett zu eng und er tritt über die Ufer.

Fliesst viel Wasser talwärts, wird es dem Bruggbach in Gipf-Oberfrick in seinem Bett zu eng und er tritt über die Ufer.

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Bei heftigen Gewittern und lang anhaltenden Regenfällen treten in Gipf- Oberfrick immer wieder Bäche über die Ufer. Vor allem der Bruggbach verursacht Überschwemmungen. Um dem bestehenden Defizit im Bereich des Hochwasserschutzes begegnen zu können, wurde im Jahr 2009 der Auftrag für ein entsprechendes Vorprojekt erteilt.

Nun hat die Gemeindeversammlung am 22. November einen Kredit von rund 1,3 Millionen Franken für Hochwasserschutzmassnahmen im Oberdorf gutgeheissen.

«Gegen solche Vorhaben ist grundsätzlich nichts einzuwenden, aber wir meinen, der Schutz von Personen und Sachen vor Überschwemmungen muss ganzheitlich und weitsichtig angegangen werden.

Einzelmassnahmen, wie im Oberdorf geplant, lassen die Unterlieger (die Gipf und die Gemeinde Frick) noch stärker zu Unterlegenen werden im aussichtslosen Kampf gegen Überschwemmungen.» Dies die Ansicht von Werner Fasolin, Gipf, und Josi Hürzeler, Oberfrick.

250 Unterschriften sind nötig

Sie haben gegen den Beschluss der Gemeindeversammlung mit der Unterschriftensammlung begonnen. In einer Referendumsabstimmung sollen die Stimmberechtigten zu den Hochwasserschutzmassnahmen an der Urne Stellung nehmen können, denn: «Für unseren Antrag auf Rückweisung stimmten an der Versammlung 99 Teilnehmer, dagegen 107.

Das Resultat fiel also sehr knapp aus», wie Werner Fasolin gegenüber der Aargauer Zeitung erwähnte.

Und: «Wir haben Zeit bis zum 3. Januar 2014, um 250 Unterschriften zu sammeln.Dabei halten wir fest, dass es uns nicht um die Verhinderung von Hochwasserschutz in unserer Gemeinde geht, sondern mit dem Referendum bezwecken wir, dass die Stimmberechtigten an der Urne entscheiden können, ob sie eine teure Teillösung mit umstrittenem Nutzen wollen oder eine nachhaltige Massnahme bevorzugen, die dem ganzen Allgemeinwohl dient – also Hochwasserschutz für das ganze Dorf.»

Durchflussmenge regulieren

Fasolin und Hürzeler machten ferner darauf aufmerksam, dass bei den gewohnt rasch anschwellenden Gewässern die Durchflussmenge zu regulieren sei. Dabei sehe der Kanton in unbesiedelten Zonen Hochwasserrückhaltebecken vor, wie sie zurzeit im ganzen Wegenstettertal realisiert würden.

Ein erster Schritt in Richtung zukunftsweisende Planung sei an der Gemeindeversammlung Gipf-Oberfrick bereits getan worden: Der Kredit für die Überarbeitung der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) sei mit grosser Mehrheit gutgeheissen worden.

Der Kanton habe im Juli dieses Jahres Richtlinien erlassen, wie in der BNO Hochwasserschutzgebiete ausserhalb der Siedlungszone festzuhalten seien, und er halte dazu auch die nötigen Planungsunterlagen bereit.

Aufgrund dieser neuen Sachlage scheint es den Initianten der Unterschriftensammlung sinnvoller, «auf finanziell aufwendige bauliche Einzelmassnahmen, die nur kleinen Nutzen bringen, zu verzichten und dafür eine zukunftsorientierte Planung anzustreben, die im besten Fall das ganze Einzugsgebiet des Bruggbachs umfasst, das heisst, vom Strihen über Benken, Pilger, Saal und Buschberg bis hinunter nach Frick».

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