Rheinfelden
Referendum gegen den Ausbau der Kaiserstrasse in Rheinfelden

Verena Dörflinger übergab gestern Nachmittag 1241 Unterschriften an Stadtammann von Rheinfelden. Damit legte sie den Grundstein für ein Referendum gegen den Ausbau der Kaiserstrasse. 715 Unterschriften wären mindestens nötig gewesen.

Peter Rombach
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Verena Dörflinger hat Stadtammann Franco Mazzi die Box mit den Unterschriftenlisten übergeben. Mit dabei auch die ehemalige SP-Grossrätin Sonja Kindler (links) sowie Baustadtrat Oliver Tschudin und Stadtschreiber Roger Erdin (rechts) gestern Nachmittag vor dem Rathaus. ach

Verena Dörflinger hat Stadtammann Franco Mazzi die Box mit den Unterschriftenlisten übergeben. Mit dabei auch die ehemalige SP-Grossrätin Sonja Kindler (links) sowie Baustadtrat Oliver Tschudin und Stadtschreiber Roger Erdin (rechts) gestern Nachmittag vor dem Rathaus. ach

Die Rentnerin Verena Dörflinger (69) schaffte Ungeahntes: Mit ihrer Unterschriftenaktion gegen den von Kanton und Stadt geplanten Ausbau der Kaiserstrasse zwischen Coop und Magdenerstrasse hatte sie Erfolg. Und durfte gestern am frühen Nachmittag vor Beginn der Gemeinderatssitzung an Stadtammann Franco Mazzi eine sauber verschnürte und etikettierte Box mit Listen und darauf 1241 Unterschriften überreichen.

«Gutes Polster für Referendum»

«Für ein Referendum müsste dies ausreichend sein», schmunzelte Verena Dörflinger, die trotz Gehbehinderung nach einer Fussoperation in den vergangenen Tagen noch eifrig sogar auf Krücken unterwegs war. Aber sie erhielt auch vielerseits Unterstützung, beispielsweise durch die ehemalige Rheinfelder SP-Grossrätin Sonja Kindler.

Damit hatte der Rathauschef überhaupt kein Problem; er dankte vielmehr für das bürgerschaftliche Engagement. Stadtschreiber Roger Erdin signalisierte, dass die Unterschriften nun geprüft würden und schloss nicht aus, dass es eventuell auch einen separaten Urnengang geben könnte, also vor dem allgemeinen am 17. Juni. «Wir müssen das koordinieren», so Erdin.

Die stattliche Zahl an Unterschriften betrachtet Verena Dörflinger als «gutes Polster für das Referendum», wie sie gegenüber der az Aargauer Zeitung bekannte. 715 Unterschriften hätten es mindestens sein müssen, resümiert sie. Die Motivation für ihren Einsatz nennt sie freiweg: «Wir brauchen für Kinder wie Ältere im Strassenverkehr mehr Sicherheit.»

Mehr Sicherheit für Fussgänger

Nach den gemeinderätlichen Erläuterungen und den folgenden Diskussionen an der Versammlung der Einwohnergemeinde vom vergangenen Dezember ist für sie klar, dass es vor allem keinen Mini-Kreisel beim Coop geben darf. «Die Planung muss abgeändert werden.» Trotz angedachter Fussgängersteifen gebe es speziell für Fussgänger und Velofahrer in diesem Bereich keine erhöhte Sicherheit, so die Einschätzung von Verena Dörflinger. «Dies sehen viele Eltern auch so.»

In ihren zahlreichen Gesprächen im Zuge der Unterschriftenaktion sei ferner stets deutlich geworden, dass Bushaltestellen nicht auf die Strasse gehörten, sondern spezielle Buchten bräuchten. Ein weiteres Anliegen stellt die Unterführung vor dem geplanten Ochsenkreisel dar. Sie biete für alle Fussgänger mehr Sicherheit als das Überqueren der Strasse. Ausserdem verdeutlicht sie: «Die Rampen sollten bleiben.» Eine Auffassung, mit der sie nicht allein steht, sondern auch aus Rheinfelder Parteikreisen geäussert wurde.