«Wachstum bestmöglich einbetten»: Unter diesem Motto luden die beiden Fricktaler FDP-Bezirksparteien zum diesjährigen Wirtschaftstreffen. Als Referent zu Gast war Lukas Bühlmann, Direktor von Espace Suisse, dem Verband für Raumplanung.

Bühlmann sprach über die Herausforderungen in der Innenentwicklung von Gemeinden, verwies auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen und gab Einblicke in die Beratertätigkeit von Espace Suisse. Weiter verwies er darauf, dass das bestehende und prognostizierte Wachstum bei Teilen der Bevölkerung Unbehagen erzeuge. Die Gemeinden müssten in puncto Raumplanung das Heft in die Hand nehmen, forderte er. «Jede Gemeinde muss wissen, in welche Richtung sie gehen will.»

Individuelle Herausforderungen

Bühlmann empfiehlt deshalb allen Gemeinden ein räumliches Entwicklungsleitbild. Dieses setze eine Analyse des Istzustands voraus und beinhalte Ziele und Massnahmen. Da jede Gemeinde vor anderen Herausforderungen – vom Denkmal- oder Ortsbildschutz bis hin zur Baulandhortung – stehe, sei es nötig, massgeschneiderte Lösungen zu erarbeiten und dabei die Bevölkerung einzubeziehen. Auch ein Blick über die Gemeindegrenzen hinaus sei vonnöten. Denn: «Jeder Entscheid hat auch Auswirkungen auf die Nachbargemeinde», betonte Bühlmann – und lobte vor diesem Hintergrund das Fricktal für sein Regionales Entwicklungskonzept.

Wohnen teurer, Läden billiger?

In der Beratungstätigkeit des Verbands Espace Suisse seien insbesondere die Ortskerne jeweils ein grosses Thema. Um sie belebt zu halten oder neu zu beleben, sei es «völlig falsch», wenn sich grosse Detailhändler ausserhalb der Ortskerne in Gewerbezonen ansiedelten. Vielmehr müsse man schauen, dass sie im oder möglichst am Zentrum bleiben. Um leere Ladenlokale zu beleben, plädierte Bühlmann für Kreativität. Mischformen, bei denen etwa der Coiffeur oder die Papeterie noch eine Café-Ecke einrichten, könnten Erfolg bringen.

Auch Läden, deren Besitzer nicht vom Gewinn des Ladens leben müssen und die Geschäfte tageweise öffnen, haben gemäss Bühlmann Potenzial. Als weiteren Ansatz nannte der Espace-Suisse-Direktor eine Anpassung der Mietzinse. Statt wie früher die Ladenflächen im Erdgeschoss teuer und die Wohnungen in den oberen Stockwerken billig zu vermieten, schlug er eine Umkehrung vor. So könnten mit höheren Mietzinsen für Wohnungen die Ladenmieten verbilligt werden.