Mettauertal
Rampen statt Abstürze: Der Etzgerbach wird für den Lachs zugänglich

Damit der Lachs im Etzgerbach laichen kann, werden zwei Hindernisse entfernt. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen. Die Hochwassersicherheit bleibt auch mit den Neuerungen gewährleistet.

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Blockrampen sollen im Etzgerbach die bestehenden beiden Abstürze ersetzen und den Bach für Lachse zugänglich machen. nbö

Blockrampen sollen im Etzgerbach die bestehenden beiden Abstürze ersetzen und den Bach für Lachse zugänglich machen. nbö

Nadine Böni

Der Lachs soll in den Kanton Aargau zurückkehren. Nach rund 50 Jahren Abwesenheit werden unter anderem auch im Etzgerbach im Mettauertal wieder Junglachse eingesetzt.

Damit die Rückkehrer aus dem Meer wieder an den Ursprungsort zurückgelangen können, werden zwei hohe Wanderhindernisse im Etzgerbach beseitigt.

Die Bauarbeiten haben in dieser Woche begonnen.

Die Wiederansiedlung des Lachses im Rhein ist ein Ziel der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR).

Mit den Programmen «Lachs 2000» und «Lachs 2020» soll die Rückkehr der grossen Wanderfische in die verschiedenen Abschnitte des Rheins ermöglicht werden.

Der Kanton Aargau unterstützt dieses internationale Programm, indem er sich für optimale Wanderkorridore und Lebensräume einsetzt sowie besonders geeignete Stellen mit Junglachsen besetzt.

Im aargauischen Abschnitt weist der Hochrhein nur wenige für den Lachs geeignete Seitenbäche auf. Einer davon ist der Etzgerbach.

Von der Mündung in den Rhein aufwärts bis nach Mettau weist er mehrere gut geeignete Laich- und Jungfischhabitate auf. Im Unterschied zu anderen Jurabächen trocknet der Etzgerbach zudem nicht aus.

Leider können die Wanderfische die weiter oben gelegenen Lebensräume wegen zweier unüberwindbarer Hindernisse nicht erreichen. Diese beiden Abstürze werden in diesem Herbst durch fischgängige Blockrampen ersetzt.

Das Projekt Lachsaufstieg Etzgerbach ist in zwei Abschnitte unterteilt. Das Teilstück Hasematt befindet sich im Bereich einer Schwelle im Ortsteil Etzgen.

Die Schwelle soll mit einer aufgelösten Blockrampe eliminiert werden. Bei der aufgelösten, unstrukturierten Blockrampe beträgt der Höhenunterschied 3,26 Meter, die Länge rund 100 Meter und das durchschnittliche Gefälle liegt bei 3,4 Prozent. In der Aussenkurve werden die Böschungsverbauungen verstärkt.

Das zweite Teilstück Moosmatt befindet sich im Bereich der alten Messstelle. Diese wird komplett abgebrochen und ebenfalls durch eine aufgelöste Blockrampe ersetzt.

Der Höhenunterschied wird mit einer 29 Meter langen aufgelösten, unstrukturierten Blockrampe mit einem Gefälle von 2,7 Prozent überwunden.

Linksufrig grenzt das Gewässer direkt an überbaute Parzellen.

Die Hochwassersicherheit der Bauten und Anlagen wird durch das Projekt nicht gefährdet. Auf Anstoss der Sektion Jagd und Fischerei des Kantons Aargau wird das Bauvorhaben durch die Abteilung Landschaft und Gewässer, Sektion Wasserbau ausgeführt.

Durch die Beteiligung des Bundes und einem grosszügigen Beitrag des «naturemade star»-Fonds der ewz wird das Projekt ermöglicht.

Auf diese Weise kommt das Engagement der ewz-Kunden, die Ökostrom kaufen, direkt der Natur zugute. (AZ)