Frick
Raggabund brachten mit ihrem Musikmix den Sommer zurück

Sie spielten schon auf grossen Bühnen. Aber gern tritt die Band Raggabund auch in kleinen Clubs auf. So wie am Freitag im Meck in Frick.

Hans Christof Wagner
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Auch in kleinen Clubs wie dem Meck spielen Raggabund gerne.

Auch in kleinen Clubs wie dem Meck spielen Raggabund gerne.

«Es ist egal vor wie vielen Leuten wir spielen. Hauptsache die Leute fühlen unsere Musik und gehen mit ihr mit», sagte Don Caramelo vor Beginn des Konzerts zur Aargauer Zeitung. Und Paco Mendoza, wie sich sein Bruder mit Künstlernamen nennt, ergänzte: «In der Schweiz aufzutreten ist toll, ich bewundere hier die Mehrsprachigkeit vieler.»

Mehrsprachig ist auch das Brüderpaar, aus dem die Band Raggabund seit dem Jahr 2000 besteht. Der eine, Paco, ist in Argentinien geboren und in Berlin zu Hause. Der andere, Caramelo, lebt in München. Gemeinsam haben sie einen Vater, der in Paraguay zur Welt kam, eine Mutter, die aus Peru stammt, und Verwandte fast überall auf der Welt.

Der Sommer kehrt zurück

Die Internationalität und der Mix widerspiegelten sich in der Musik der beiden Deutschen. So sangen die Brüder gleich zu Beginn ihres Auftritts vor rund 50 Zuhörern auf Spanisch – und sie hatten ihr Publikum von Anfang an gut im Griff. Vom ersten Moment waren sie auf der Bühne präsent, legten ihre Energien zusammen. Sie brachten, begleitet von der Zürcher Backingband Dubby Conquerors, musikalisch den Sommer zurück nach Frick.

Sie sangen von Liebesschmerz und vom Respekt vor Frauen. Sie beklagten den «Schund», der im Radio laufe, wirbelten mit ihren kleinen Schweisstüchern und liessen das Publikum zweistimmig mitsingen, getrennt nach Männern und Frauen. Vor allem aber zeigten sie auf der Bühne vollen Körpereinsatz. Und so gab es auch im Publikum von Beginn des Konzerts an kein Halten mehr. Abtanzen hiess die Devise. Und nicht nur das: Aufgefordert von den beiden Brüdern brachten die Gäste das Meck durch kollektives Auf- und Abspringen zum Beben.

Gespickt mit Überraschungen

Viele der Lieder stammten vom aktuellen Album der Band – «Mehr Sound». Aber Caramelo und Paco präsentierten auch einen Song, der auf dem Album sein wird, das gerade noch in Zusammenarbeit mit Dubby Conquerors im Studio entsteht. Mit den vier Jungs aus Zürich spielen sie im Oktober auch auf einem Festival in Vietnam und touren durch Mexiko und Guatemala.

Dass es beim Sound von Raggabund um weit mehr als die viel zitierten «good vibrations» des Reggae geht, wurde den Zuhörern im Meck spätestens beim Anhören der Liedtexte klar. In «Es funktioniert nicht» geisselten Caramelo und Paco Rüstung, Naturzerstörung und ungerechten Handel. In «Ganjatherapie» empfahlen sie George W. Bush und Toni Blair den Konsum von Marihuana, weil es doch so friedlich mache.

Die meiste Zeit sangen die beiden Brüder. Doch einmal überraschte Caramelo auch mit einer Beatbox-Nummer, die durch Mark und Bein ging. Und Paco griff in den beiden Zugaben auch selbst in die Saiten seiner Gitarre. Gemeinsam sangen sie zum Schluss von den Flüchtlingen dieser Welt. Und dabei war es im Meck dann plötzlich ganz leise.

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