Bezirk Rheinfelden Geschwindigkeitskontrollen
Radarkontrollen zeigen Wirkung: Es wird weniger schnell gefahren

Laut Hansueli Loosli, dem Leiter der Regionalpolizei unteres Fricktal, gibt es tendenziell weniger Temposünder. Die Gerätschaft, die die Polizei für die Überführung der Sünder einsetzt, sind aber ganz schön teuer.

Sandra Bös
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Autofahrer flüchtet vor der Polizeikontrolle (Themenbild).

Autofahrer flüchtet vor der Polizeikontrolle (Themenbild).

AZ

«Die Autos fahren einfach zu schnell im Innerortsbereich, insbesondere in den Quartieren», ist vielfach von der Bevölkerung zu hören. Ist dies so? Die Aargauer Zeitung fragte bei der Regionalpolizei Unteres Fricktal nach. Auf die Frage, ob die Überschreitungen gegenüber dem letzten Jahr zugenommen haben, antwortet Hansueli Loosli, Leiter der Regionalpolizei: «Nein, tendenziell ist eine Abnahme zu verzeichnen. Offenbar zeigen die regelmässigen Kontrollen eine gewisse Wirkung. Erfreulich ist die Abnahme bei den gröberen Geschwindigkeitsverstössen.»

In einem Vergleich der Messungen mit dem mobilen Radargerät zeigt Loosli auf, dass 2012 bei gemessenen 66759 Fahrzeugen 6624 Übertretungen verzeichnet wurden. Davon wurden 106 zur Anzeige gebracht (mehr als 16km/h zu schnell). In Prozenten beträgt die Zahl der Übertretungen 9,92. 2011 waren es bei 54630 Fahrzeugen, 7267 Übertretungen, 213 Anzeigen. Die Prozente aller Übertretungen betrug somit im Vorjahr 13,30, deutlich höher als heuer. Loosli ergänzt allerdings, dass die Messwerte nur bedingt vergleichbar seien. So konnte beispielsweise eine Messstelle, bei der regelmässig hohe Übertretungsquoten verzeichnet werden mussten, wegen einer Baustelle nicht bedient werden.

Auf die gemessenen Überschreitungen und damit verbunden auf was sie zurückzuführen sind, erklärt der Repol-Chef: « Die Strassenraumgestaltung ist elementar, ob die Geschwindigkeiten eingehalten werden. Ein Kreisel zum Beispiel senkt bei einem Ortseingang die Geschwindigkeit im ganzen Dorf wesentlich. Ist eine Strasse breit und gerade, wird schneller gefahren.

Auch wird an Ortsein- und -ausgängen oft zu spät abgebremst oder zu früh beschleunigt. Eine Tempo-30-Zone, die nicht zonenkonform gestaltet ist, führt zu höheren Geschwindigkeiten. Und natürlich führt auch Zeitnot oder Unachtsamkeit zu Geschwindigkeitsüberschreitungen.» Loosli nennt keine bestimmten Gruppen, welche mehrheitlich für die Übertretungen verantwortlich sind. «Geschwindigkeitsüberschreitungen werden von sämtlichen Lenkergruppen verursacht. In der Regel sind ältere und weibliche Personen untervertreten.»

Stundenmässig werden in Quartierstrassen am meisten Kontrollen durchgeführt. Dies dank dem neu im Einsatz stehenden semi-stationären Radargerät. Die meisten Übertretungen werden auf Hauptverkehrsachsen im Bereich der Ortsein- oder ausgänge festgestellt, geht der Leiter der Regionalpolizei Unteres Fricktal auf eine weitere Frage ein.

Wie will man präventiv dagegen wirken? Darauf Loosli: «Wie erwähnt, die Strassenraumgestaltung ist für die Einhaltung der Geschwindigkeiten massgebend. Die Polizei hat diesbezüglich keine Einflussmöglichkeiten. An den Gemeindeversammlungen wurden Kreisel in Magden und Möhlin abgelehnt. Verschiedene Gemeinden setzen auf Geschwindigkeitsanzeigegeräte. Dadurch werden die Fahrzeuglenker für die gefahrene Geschwindigkeit sensibilisiert.»

Präzise Messgeräte kosten auch. Bei der Regionalpolizei Unteres Fricktal sind zwei Geräte der Firma Multanova im Einsatz. Ein mobiles Radargerät und ein semi-stationärer Radaranhänger. Das mobile Gerät kostet in der Anschaffung rund 100000 Franken und der Radaranhänger rund 220000 Franken. Zusätzlich fallen pro Jahr einige Tausend Franken an Unterhalt- und Eichungskosten an.