Das Gemeindeschreiber-Karussell hat sich rasant gedreht: Jürg Oeschger wird neuer Gemeindeschreiber in Wölflinswil und ersetzt Rolf Dunkel, der in Magden die Nachfolge von Michael Widmer antritt, der wiederum neuer Verwaltungsleiter in Frick wird. Daniel Sonderegger übernimmt den Gemeindeschreiber-Posten von Marius Fricker in Münchwilen, denn dieser wird den in Pension gehenden Dieter Vossen in Möhlin ersetzen.

Und das Karussell dreht sich weiter: So suchen derzeit Eiken, Wittnau und Zeiningen einen neuen Verwaltungsleiter und wollen bis Ende September fündig werden. Werner Müller, Gemeindeammann von Wittnau, und Peter Frick, Vizepräsident von Zeiningen, stellen dabei unisono fest, dass es nicht an der Quantität, wohl aber an der Qualität der Bewerber hapert. «Bei uns sind rund 25 Dossiers eingegangen. In die engere Auswahl haben es aber nur zwei Bewerber geschafft», sagt Frick.

In Wittnau gab es zwischen 10 und 15 Rückmeldungen – mit bescheidener Qualität: «Daher sind wir auch direkt auf die Fachhochschule Nordwestschweiz Brugg zugegangen und haben dort nach Interessenten gesucht, die sich in den Kursen des öffentlichen Gemeinwesens weiterbilden. Jedoch ohne Erfolg», sagt Müller.

Ein Bewerber aus Graubünden

In beiden Gemeinden besteht der Bewerberpool zur grossen Mehrheit aus Quereinsteigern – Angestellte, die in der Industrie und im Personalwesen tätig sind oder für ein Treuhandbüro arbeiten. Zudem fällt Frick bei den Gemeindeschreiber-Kandidaten auf: «Die Rückmeldungen kommen nicht nur aus der Region, sondern von überall her. Wir hatten sogar einen Bewerber aus Graubünden.»

Anders als seine beiden Kollegen sagt der Vizeammann von Eiken, Christoph Aebi: «Wir hatten sehr gute Bewerbungen dabei. Für uns ist es wichtig, dass nach Marcel Weiss und Jennyfer Enge keine Wissenslücke entsteht.» Dabei sei das Alter des neuen Gemeindeschreibers kein entscheidendes Kriterium: «Auch ein Bewerber, der erst 25 Jahre alt ist, kann schon über die nötigen Kompetenzen für dieses Amt verfügen», sagt Aebi.

Kommunikation ist das A und O

Neben der notwendigen Fachkompetenz muss ein Gemeindeschreiber vor allem ein guter Kommunikator sein, sagt Müller: «Gerade in kleinen Gemeinden ist er für viele Einwohner eine direkte Ansprechperson. Wir suchen niemanden, der gerne im stillen Kämmerlein arbeiten möchte.»

Dies sieht auch Frick so und ergänzt: «Loyalität, der juristisch korrekte Umgang mit vertraulichen Daten und viel Einfühlungsvermögen sind für das Gemeindeschreiber-Amt wichtige Kriterien.» Und Aebi meint: «Er muss die Strukturen der Verwaltung und die Fähigkeiten der einzelnen Mitarbeiter präzise einschätzen und auf dieser Grundlage Entscheidungen treffen können.»