Fricktal
Putzlappen und Feuchttücher verstopfen Kläranlagen immer öfter

Immer häufiger sind die Pumpen in Kläranlagen verstopft. Grund dafür sind Textilien, die in den Toiletten von Haushalten und Industrie hinuntergespült werden.

Marc Fischer
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So nicht: Putzlappen dürfen nicht in der Toilette entsorgt werden, trotzdem kommt es immer häufiger vor.

So nicht: Putzlappen dürfen nicht in der Toilette entsorgt werden, trotzdem kommt es immer häufiger vor.

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«Das Ausmass beim Stufenpumpwerk Fischingen sprengt den Rahmen», betont René Berger, Leiter der Abteilung Bau und Umwelt der Gemeinde Möhlin und damit auch zuständig für die Abwasserreinigungsanlage (ARA) Möhlintal. Ein- bis zweimal wöchentlich seien die Pumpen in Wallbach verstopft und stellten den Betrieb ein, so Berger weiter.

Der Grund: Textilien und Hygieneartikel werden via Toilette «entsorgt», verheddern sich in den Pumpen und müssen dann von Hand entfernt werden. «Die Pumpen müssen dann aus dem Klärsumpf heraufgeholt, gereinigt und danach wieder abgesenkt werden», erklärt Berger. Die Pumpen würden zwar durch die Textilien nicht beschädigt, doch sei das Reinigen ein beträchtlicher Aufwand.

Bevölkerung sensibilisieren

Nicht nur in Möhlin kennt man die Problematik. Auch Willi Denz, Betriebsleiter der ARA Rheinfelden, hat ab und an mit verstopften Pumpen zu kämpfen. Wenn auch – «glücklicherweise» – nicht in der Häufigkeit wie die Möhliner Kollegen. Doch was verstopft denn die Pumpen? Daniel Metzger, Betriebsleiter der ARA Möhlintal, und Willi Denz zählen auf: Feuchttücher, die immer stabiler werden und sich nicht zerreissen lassen, andere Hygieneartikel wie Zahnseide, Putzlappen. Auch Wäschestücke habe man schon aus den Pumpen geholt. Für Metzger ist deshalb klar: «Wir müssen die Bevölkerung für diese Problematik sensibilisieren.»

Beim Abwasserverband Möhlintal will man dies nun auch tun, wie René Berger ausführt. Der Vorstand hat sich bereits mit der Thematik befasst. «Eine Möglichkeit ist, dass wir der nächsten Abwasserrechnung ein Rundschreiben beilegen.» So könnte man der Bevölkerung nochmals mitteilen, was die Toilette runtergespült werden darf – und was eben nicht. Berger betont: «In der Gewässerschutzverordnung heisst es, dass feste und flüssige Abfälle nicht mit dem Abwasser entsorgt werden dürfen.» Man gehe den Vorfällen deshalb auch auf den Grund und versuche die Urheber ausfindig zu machen.