Mit Freunden und seiner Schwester wollte Y. M.* in der Nacht auf Mittwoch im Festzelt beim Restaurant Sonne in Möhlin die Fasnacht fröhlich ausklingen lassen. Doch für den als Einhorn kostümierten Möhliner endete sie nicht fröhlich, sondern mit einem Faustschlag im Gesicht.

«Ich habe in der Halle immer wieder dumme Sprüche aufgrund meiner Kostümierung von einer Gruppe Jugendlicher erhalten», sagt der 28-Jährige zur AZ. Unter anderem sei er aufgrund seiner Kostümierung gefragt worden, ob er schwul sei. «Ich stehe zu meiner Homosexualität und habe die Jugendlichen gefragt, ob sie damit ein Problem haben», erzählt Y. M.

Daraufhin habe sich die Situation im Festzelt hochgeschaukelt. Immer wieder seien die Jugendlichen auf ihn zugegangen und haben ihm gedroht, dass er draussen Schläge kassieren würde. «Meine Freunde haben mich beschützt. Zwei der Jugendlichen wurden sogar von dem Sicherheitspersonal aus dem Festzelt gebracht», erinnert sich Y. M.

«Höllische Schmerzen»

Dann, als Y. M. das Zelt durch einen Hinterausgang verlässt, geht alles ganz schnell. «Ich kann mich an nicht viel erinnern, nur, dass ich zu Boden gegangen bin und im Spital Rheinfelden mit höllischen Schmerzen landete.» Wie «20 Minuten» berichtete, erleidet Y. M. einen Haarriss an der Nasenscheidewand und eine Prellung im Gesicht. «Mir geht es momentan sehr bescheiden, nicht nur physisch», sagt das Opfer.

Unbegreiflich ist es für Y. M., dass er nur aufgrund seiner sexuellen Orientierung geschlagen worden ist. «Das ist traurig, dass meine Homosexualität mich im 21. Jahrhundert ins Spital bringt.» Bisher habe ihm seine sexuelle Orientierung, wenn diese in der Öffentlichkeit zum Thema wurde, noch nie Probleme bereitet.

Für Y. M. ist klar, dass er Strafantrag aufgrund der Tätlichkeit stellen wird. «Der Schläger soll für die Tat seine gerechte Strafe erhalten», so Y. M., dessen Freunde von der Veranstaltung Fotos gemacht haben, die der Geschädigte anschauen wird, um darauf den Täter eventuell wiedererkennen zu können.

* Name der Redaktion bekannt.