In einem Cup-Fight brachten die A-Junioren des FC Laufenburg-Kaisten die zwei Klassen höher spielenden Junioren des SV Muttenz am Mittwoch an den Rand einer Niederlage. Kurz vor Schluss gingen die Fricktaler 2:1 in Front, mussten aber in der Nachspielzeit noch den Ausgleichstreffer hinnehmen. Im Penaltyschiessen setzten sich dann die Baselbieter durch. Der letzte Elfmeter war aber nicht nur der Schlusspunkt des Spiels, sondern auch der Ausgangspunkt einer Schlägerei.

Zuschauer, die sich während der Partie bei der Bank der Fricktaler aufgehalten hätten, seien auf den Platz gestürmt, sagt Stephan Gutknecht, Trainer der Muttenzer A-Junioren, der ebenfalls auf den Platz sprintete, um sich um seine Spieler zu kümmern. «Unser Captain hat sich ihnen in den Weg gestellt. Er wurde umgerissen, und als er am Boden lag, haben die Angreifer weiter auf ihn eingetreten.»

«Ich war schockiert über diese Attacke», so Gutknecht weiter. Glücklicherweise sei sein Captain jedoch relativ glimpflich davongekommen. Er hatte gestern nochmals einen Arzttermin und kann eventuell am Sonntag bereits wieder spielen. Schlimmer erwischt hat es einen anderen Muttenzer Junior. «Er erhielt eine Kopfnuss und hatte eine Platzwunde an der Augenbraue», so Gutknecht. Er sei von anwesenden Eltern zum Nähen ins Spital gebracht worden.

Ebenfalls vor Ort, wenn auch etwas weiter entfernt auf der Terrasse des Clubhauses, war Benedikt Wirthlin, Präsident des FC Laufenburg-Kaisten. Es habe sich in Sekundenschnelle ein Menschenknäuel gebildet, sagt er und verhehlt dabei nicht, dass es sich bei den Platzstürmern um Ersatzspieler und Zuschauer aus dem Umfeld seines Vereins handelt.

Ausschlüsse angekündigt

Es seien inakzeptable Szenen gewesen, die der Verein in keinster Weise toleriere. Weder ein ausgelassener Jubel eines Muttenzer Spielers vor der Fricktaler Bank noch eine angebliche, ungeahndete Tätlichkeit während des Spiels, die er selber aber nicht beobachtet habe, dürften dabei als Entschuldigung gelten, so Wirthlin. Auf seiner Website hat der Verein denn auch bereits eine Stellungnahme aufgeschaltet, in der er sich «in aller Form» für die Geschehnisse entschuldigt. Dies entspräche keinesfalls der Art, «wie wir uns unseren Gästen präsentieren möchten».

Mittlerweile untersuchen sowohl die Polizei als auch der Fussballverband Nordwestschweiz die Vorfälle. Gemäss Polizeisprecher Roland Pfister rückten mehrere Polizeipatrouillen zum Fussballplatz aus. «Als sie ankamen, hatte sich die Lage aber bereits beruhigt.» Die Polizei habe einen 19-jährigen Schweizer vorläufig festgenommen, jedoch am Donnerstag wieder entlassen. Nun gelte es zu ermitteln, wer wen geschlagen habe. Dazu werden auch Handy-Video-Aufnahmen gesichtet.

Die wüsten Szenen nach dem entscheidenden Penalty-Schiessen im Video

Die wüsten Szenen nach dem entscheidenden Penalty-Schiessen im Video

Der Fussballverband hat den beiden Vereinen und dem Schiedsrichter bis am Dienstag Zeit für eine Stellungnahme gegeben. «Danach werden wir über das Vorgehen und allfällige Sanktionen entscheiden», sagt Pascal Buser, Leiter Wettspielbetrieb. Dem Verband sei es wichtig, dass die identifizierbaren Einzeltäter bestraft würden.

Benedikt Wirthlin betont, der FC Laufenburg-Kaisten werde mit den untersuchenden Stellen zusammenarbeiten und die Konsequenzen akzeptieren. «Wir werden in unserer Stellungnahme alle benennen, die wir auf den Videos erkennen.» Auch vereinsintern werde man Konsequenzen ziehen. «Nicht pauschal gegen die Mannschaft, denn die Mehrheit der Spieler hat sich korrekt verhalten», so Wirthlin. «Wer aber als Beteiligter identifiziert wird, der wird aus dem Verein ausgeschlossen.»