Hornussen

Prozess zum Klein-Konkurs: Schadenssumme übersteigt eine Million – zwei Angeklagte vor Gericht

Vor Gericht wird geklärt, ob die Beschuldigten die Geschäfte der Klein AG in Hornussen ungetreu geführt und Urkunden gefälscht haben.

Vor Gericht wird geklärt, ob die Beschuldigten die Geschäfte der Klein AG in Hornussen ungetreu geführt und Urkunden gefälscht haben.

Fast drei Jahre ist es nun her, seit das Entsorgungsunternehmen Klein AG in Hornussen seine Bilanz deponieren musste. Schon damals war von finanziellen Verfehlungen eines ehemaligen Geschäftspartners die Rede.

Im Laufe des Konkursverfahrens wurde dann von der Staatsanwaltschaft eine Strafuntersuchung eingeleitet. Man sei im Juni 2016 aufgrund von zwei Anzeigen tätig geworden, sagte die Mediensprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft damals gegenüber der Aargauer Zeitung. Das Verfahren laufe gegen mehrere Personen aus dem Umfeld der Klein AG. 

Nach über zwei Jahren wurde das Verfahren bei der Staatsanwaltschaft dann im vergangenen Sommer abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft erhob beim Bezirksgericht Laufenburg Anklage gegen zwei Personen. In der kommenden Woche findet nun der Prozess statt. Den beiden Angeklagten werden unter anderem ungetreue Geschäftsbesorgung und mehrfache Urkundenfälschung vorgeworfen. Die Schadenssumme liegt im tiefen einstelligen Millionenbereich. Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag beginnt die Verhandlung jeweils um 8 Uhr und ist an allen drei Tagen auf 8,5 Stunden angesetzt. Die Strafanträge werden an der Verhandlung bekannt gegeben. 

Rahmenkredit nicht genutzt 

Während sich die beiden Beschuldigten erst in der kommenden Woche vor Gericht verantworten müssen, sorgte das Areal der Klein AG seit dem Deponieren der Bilanz immer wieder für Schlagzeilen. Denn die Gemeinde Hornussen wollte keinen Entsorgungsbetrieb mehr mitten im Dorf. Hauptsächlich der Lärm, die Emissionen und der Lastwagenverkehr in der Schulstrasse waren dem Gemeinderat ein Dorn im Auge. 

Ein Entsorgungsbetrieb sei eigentlich nicht zonenkonform, man habe es aber seit den 1960er-Jahren verpasst, Begrenzungen oder andere Auflagen in der Betriebsbewilligung festzuschreiben, sagte der Gemeinderat damals. Deshalb gelte für das Entsorgungsunternehmen eine Besitzstandgarantie. 

Mit dem Konkursverfahren sah die Gemeinde nun aber die Möglichkeit gekommen, das gut 10 000 Quadratmeter grosse Areal zu erwerben. Mit dem Kauf der Parzelle könnte man die Entwicklung von Hornussen verbessern und lenken, sagte Ammann George Winet damals. Und so beantragte der Gemeinderat an der Gemeindeversammlung im Juni 2016 einen Rahmenkredit von zwei Millionen Franken für den Kauf der Parzelle. Dieser wurde genehmigt – doch ausgegeben hat die Gemeinde das Geld letztlich nicht. 

George Winet hatte schon an der Gemeindeversammlung angekündigt, man wolle die Maximalsumme nicht ausreizen. Zwei externe Schätzer bestätigten die Gemeinde in diesem Ansinnen. Unbekannte wie mögliche Altlasten oder die ungelöste Erschliessung bewogen den Gemeinderat schliesslich dazu, sich eine Limite von 1,4 Millionen Franken zu setzen. 

Strategische Reserve 

An der Versteigerung vor rund einem Monat reichte dies nicht für den Zuschlag. Schon das Startgebot lag 100 000 Franken höher. Letztlich ging das Klein-Areal für 1,6 Millionen Franken an die Herzog Hornussen AG. Diese will die Parzelle vorderhand als strategische Reserve nutzen, konkrete Projekte seien noch nicht entwickelt worden, sagte Heiner Herzog am Einwohnerforum vor zehn Tagen. Sicher noch bis Ende Jahr wird die Firma Waser, die den Betrieb der konkursiten Klein AG vor drei Jahren nahtlos weitergeführt hat, ihr Entsorgungscenter in Hornussen betreiben.

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Autor

Marc Fischer

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