Ein ehemaliger Lehrer war am Donnerstag vom baselstädtischen Strafgericht in 193 Fällen wegen sexueller Handlungen mit Kindern schuldig gesprochen worden. Er hatte sich im Internet als Mädchen ausgegeben, um im Internet an Nacktfotos von Buben zu gelangen.

Der Mann war auch für die Musikschule Rheinfelden/Kaiseraugst tätig. Aber nicht als Lehrer. Er war im Sekretariat beschäftigt. «Gemäss heutigem Kenntnisstand kam es an der Musikschule Rheinfelden/Kaiseraugst zu keinem Fehlverhalten», hielt der Vorstand bereits am Tag des Prozesses in einem Schreiben fest.

Die Arbeit des Ex-Sek-Lehrers wurde in der Musikschule sehr geschätzt. Im Rahmen seiner Tätigkeit nahm er auch als Begleiter an zwei Herbstlagern der Musikschule teil.

Die Musikschule hat im Herbst 2018 von der Eröffnung eines Strafverfahrens erfahren. Daraufhin stellte sie ihn sofort frei. Vom Gegenstand des Verfahrens wusste man damals aber nichts. Auch nicht vom Zeitpunkt des Prozesses. «Wir wurden nicht über den Prozess informiert», sagt Patrick Spuhler, Vizepräsident der Musikschule, gegenüber TeleM1.

Im Herbst habe man bei den Strafbehörden konkret nachgefragt. Die erhaltenen Informationen und was nun in der Verhandlung gesagt worden sei, würden aber «meilenweit auseinander» liegen. Patrick Spuhler: «Wir sind aus allen Wolken gefallen.»

Der 37-jährige Schweizer wurde zu drei Jahre Freiheitsstrafe verurteilt, davon ein Jahr unbedingt. Dazu kommt ein fünfjähriges Berufsverbot für den Kontakt mit Kindern unter 16 Jahren. (ldu/twe)