Herznach
Projektstudie für eine Stollenöffnung wird ausgearbeitet

Der Verein Eisen und Bergwerke will in Zusammenarbeit mit dem Kanton und dem Arealbesitzer eine Projektstudie für eine Stollenöffnung ausarbeiten. Die Generalversammlung hat dafür einen Kredit von 10000 Franken bewilligt.

Geri Hirt
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Blick in den Stollen des Herznacher Eisenbergwerkes. ghi

Blick in den Stollen des Herznacher Eisenbergwerkes. ghi

Die wichtige Frage: Wie weiter mit dem Verein Eisen und Bergwerke?, mobilisierte wohl eine Rekordzahl von rund 50 Mitgliedern. Nun, der Ausbau und die Öffnung des ehemaligen Eisenbergwerks Herznach für die Öffentlichkeit – eines wichtigen Industriezeugen in der Nordwestschweiz – ist nicht zuletzt als Hauptziel in den Statuten verankert. In einem ersten Schritt ist vor knapp einem Jahr die Ausstellung eröffnet worden. Dass auch die Phase 2 mit Stollenöffnung realisiert werden soll, kam an der Generalversammlung klar zum Ausdruck.

Neue Zone geschaffen

Vereinspräsident Peter Scheuble schilderte das heutige Projektumfeld und die beiden Varianten, Status quo, also Weiterbetrieb von Bergwerkbahn und Ausstellung im bisherigen Rahmen oder Vorwärtsstrategie mit all den möglichen Konsequenzen wie Bereitstellung der Infrastruktur, die finanziell die Möglichkeiten des Vereins Eisen und Bergwerke (VEB) jedoch bei weitem übersteigen wird.

VEB-Präsident Scheuble wies auf verschiedene ungelöste Probleme hin wie die Abhängigkeit von Arealbesitzer Ueli Hohl. So verfügt der VEB einzig über ein Baurecht im Bereich des Stolleneingangs. Diese Parzelle ist jetzt einer neu geschaffenen Bergwerkzone zugeteilt worden, was neue Möglichkeiten einer touristischen Nutzung erlaubt. Ein intensiverer Besucherbetrieb ruft indessen nach neuen Infrastrukturanlagen wie Parkplätze, Empfangsraum, WC sowie Raum für die Lagerung von Material.

Ohne auf die möglichen Kosten einzugehen, ist zweifelsfrei mit einer siebenstelligen Investition zu rechnen. «Mit der heutigen Vereinsinfrastruktur ist dies nicht zu bewältigen», stellte VEB-Präsident Peter Scheuble realistisch fest. Der Aufbau einer neuen Trägerschaft wäre zwingend. Als ideal erscheint die Schaffung einer Stiftung unter Einbezug weiterer Interessierter wie des Kantons. Diese neue Trägerschaft würde die Realisierung der Phase 2 übernehmen, während der Verein Eisen und Bergwerke wie bisher die Bergwerkbahn und die Ausstellung betreiben könnte.

Kanton soll sich beteiligen

In der Diskussion kam deutlich zum Ausdruck, dass der Ausbau mit Stollenöffnung in enger Zusammenarbeit mit dem Kanton und dem Arealbesitzer Ueli Hohl vorbereitet, rechtliche Fragen abgeklärt und die Trägerschafts-Strukturen überdacht werden sollen. Peter Bircher, ehemaliger Geschäftsstellenleiter von «dreiklang.ch», der Gründerorganisation des VEB, sprach einem breit abgestützten Kooperationsprojekt mit klarer Finanzbeteiligung des Kantons das Wort.

Der Vorschlag, einen Kredit von 10 000 Franken für die Ausarbeitung einer Projektstudie zu bewilligen, fand an der Generalversammlung einhellige Zustimmung. Diese Studie soll in enger politischer Tuchfühlung und fachlicher Mitarbeit des Kantons erarbeitet werden, wie betont wurde. Damit sind die Weichen klar Richtung Weiterentwicklung des Bergwerks gestellt.

Zweite Kernbohrung mit Erfolg

Im Herbst 2013 ist eine zweite Kernbohrung vorgenommen worden, die ein hervorragendes Ergebnis erbrachte, «das aus wissenschaftlicher Sicht einzigartig ist», wie Präsident Scheuble erklärte. Teile dieser Kernbohrung werden in eine Wanderausstellung integriert.

Aus dem VEB-Vorstand sind zwei Rücktritte zu verzeichnen. So Kassierin Sonja Krebs und Baufachmann Werner Deiss. Diese beiden Posten konnten noch nicht besetzt werden. Interimistisch führt Vizepräsident Daniel Lüscher die Vereinskasse. Vorstandsmitglied Renato Jehle sowie die beiden Revisoren Christian Deiss und Martin Meier wurden wieder gewählt.

Peter Scheuble konnte den Mitgliedern mitteilen, dass der Rahmenkredit von 300 000 Franken für die Ausstellung nicht ganz ausgeschöpft worden ist. «Es ist eine teure Ausstellung geworden, aber das Resultat überzeugt», kommentierte der VEB-Präsident.

Die Frage der Durchführung eines Bergwerkfests wurde von der Generalversammlung ebenfalls beantwortet: Dieses Fest soll 2015 die vierte Auflage erleben. Doch zuvor gilt es, einen weiteren wichtigen Termin wahrzunehmen: die Gewerbeschau Herznach vom 23. bis 25. Mai 2014. Der Verein Eisen und Bergwerke wird dort mit der Bergwerkbahn vertreten sein.

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