Geotope
Pro Natura hat die Helliker Löcher noch nicht gekauft

Kurz nach Weihnachten 2009 erlangte Hellikon nationale Berühmtheit. Die Erde öffnete sich, zwei bis zu 20 Meter tiefe Löcher taten sich auf. Die Pro Natura Aargau will die Löcher kaufen, doch der Landverkauf ist noch nicht abgewickelt.

Marc Fischer
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Die Helliker Geotope werden von Pro Natura gekauft. az

Die Helliker Geotope werden von Pro Natura gekauft. az

Vor zehn Monaten konnte Johannes Jenny, Geschäftsführer von Pro Natura Aargau, vermelden, dass «seine» Organisation die Löcher – sogenannte Geotope – kaufen werde. Der Verkauf ist allerdings bis heute noch nicht abgewickelt, wie Jenny auf Anfrage der bz einräumte.

Sinnvolle Parzellierung

«Bedingung für den Kauf ist es, dass wir eine geologisch sinnvolle Parzelle mit den Geotopen ausscheiden können», erklärt Johannes Jenny den Ablauf. Diese soll einerseits gross genug sein, um eine sichere Konstruktion zur Besichtigung der Löcher zu errichten und andererseits eine sinnvolle Bewirtschaftung des restlichen Landes erlauben.

Um die sinnvolle Parzellierung zu erreichen, hat Pro Natura Aargau Überflüge mit Wärmebildkameras organisiert. «Wir wollten damit herausfinden, ob sich allenfalls weitere Geotope dicht unter der Oberfläche befinden», so der Pro Natura Geschäftsführer. Leider seien die Ergebnisse aber nicht befriedigend gewesen. «Deshalb werden nun noch seismische Messungen angestellt.» Diese sollen detailliertere Ergebnisse liefern.

Dieses Vorgehen sei «etwas teurer» und dauere «etwas länger» – mit seismischen Schwingungsmessungen wird das ganze Gebiet grossflächig untersucht. Schon die Wärmebildkamera habe bereits einige kleinere Löcher gezeigt. «Dies ist allerdings nicht weiter verwunderlich», überraschend aber an den bestehenden Geotopen sei vor allem ihre Grösse.

Kein «Rummelplatz»

Da diese exakten seismischen Messungen derzeit noch ausstehen, wurde der ins Auge gefasste Landkauf auch noch nicht abgewickelt, erklärte Jenny weiter. «Die Messungen werden aber bald erfolgen.» Ziel von Pro Natura Aargau ist es, das Projekt im kommenden Jahr zu realisieren.

Vorgesehen ist weiterhin, mittels einer Holzkonstruktion die Geotope einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ohne dabei einen «Rummelplatz» zu errichten. Bereits heute würden die Geotrope interessierten Gruppen von Forschern gezeigt, erklärt Johannes Jenny. Die Vermutungen, dass es sich bei den Geotopen um unterirdische Hangrutschungen handelt, hätten sich dabei weiter erhärtet. Damit ist auch klar, dass die ursprüngliche Vermutung, dass es sich um Dolinen, also Mulden mit weggeschwemmtem wasserlöslichen Material handelt, sicher nicht zutrifft.