Rund 100 Personen nahmen am erstmals durchgeführten Rundgang in der Altstadt teil. Musikalisch begleitet wurden sie von «WunderKram». Das Duo, bestehend aus Sonja Wunderlin und Gabriel Kramer, versuchte, die Stimmung vom Leidensweg Christi zu übernehmen. Manche Lieder versprühten aber auch pure Lebensfreude. Und während der Spaziergänge von Brunnen zu Brunnen spielte «WunderKram» einfach nur wunderbar mittelalterlich anmutende Musik, die sogar die Altstadtbewohner an die Fenster lockte.

Die Tour führte vom Laufenbrunnen beim Rathaus hinauf zum Wasenbrunnen, zurück in die Marktgasse zum Rösslibrunnen und schliesslich zum Brunnen am Marktplatz. Bei jedem Brunnen hörten die Teilnehmer nebst Liedern einen Text oder ein Gedicht zur Karwoche. «Wir möchten damit die Osterbrunnen würdigen», erklärte Norbert Plumhof, Pfarrer der reformierten Kirchgemeinde Laufenburg und Umgebung.

Sponsoren gab es nicht

Wie Plumhof erkannte auch die grosse Gruppe, die mit ihm die rund dreiviertelstündige Tour unter die Beine nahm, den Aufwand, der hinter den Dekorationen steckte. Wie zum Beispiel am Laufenbrunnen, bei dem die Gestalter an ein Osternest im Wasser gedacht haben. Dafür gab es einen dicken Applaus und viel Lob. «Das ist ganz toll», bemerkte Norbert Plumhof.

Die Würdigung der Brunnen schloss auch die ehrenamtliche Arbeit der Gestalter und Gestalterinnen ein. Sämtliches Material hatten sie entweder selber gesammelt oder aus der eigenen Tasche bezahlt, Sponsoren gab es nicht. Was auf deutscher Seite gang und gäbe ist, hat sich in der Schweiz noch nicht richtig etabliert. Einzig in Bischofszell und Nyon wird der Brauch des Brunnenschmückens zur Osterzeit gepflegt – und jetzt eben auch in Laufenburg, das somit ein Alleinstellungsmerkmal im Kanton Aargau hat.

Initiative von «Taverne»-Wirtin

Die Initiative des Osterbrunnenschmückens ging von der «Taverne»-Wirtin Anne Weber aus. Ihre Schwester, erklärte sie, lebe bei Nürnberg nahe der Fränkischen Schweiz, woher die Tradition der Osterbrunnen stammt. Deren Ursprung soll bis ins Mittelalter reichen, als die Brunnen von den Menschen nach dem Winter im Frühjahr gemeinsam geputzt und danach geschmückt wurden – aus Freude, dass sie wieder fliessendes Wasser hatten.

Auch touristische Gründe gibt es: Wer mit Osterbrunnen werben kann, kann sich Besucher sicher sind. Siehe Bischofszell, wohin um Ostern Carreisen führen. So weit ist Laufenburg noch nicht. Obwohl: Zu Beginn der Tour bestaunte eine Gruppe asiatischer Touristen den Laufenbrunnen, ehe sie wieder eilig zurück zu ihrem Bus musste. Die reformierte Kirchgemeinde Laufenburg und Umgebung organisiert jeden Monat einen öffentlichen Anlass. Am Samstag, 13. Mai, steht die Besichtigung der Saline Riburg auf dem Plan.