Rheinfelden
Premiere: Farbige Vierecke sorgen für Fussgänger-Vortritt

Auf dem Bahnhofplatz Rheinfelden erfolgt die Signalisation für die Begegnungszone, im Quellenquartier für Tempo 30. Speziell: Die Verkehrsteilnehmer werden auch mit aufgemalten farbigen Quadraten auf die neue Verkehrssituation aufmerksam gemacht.

Marc Fischer
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Auf dem Bahnhofplatz von Rheinfelden sollen gute Empfangs- und Umsteigebedingungen geschaffen werden. zvg

Auf dem Bahnhofplatz von Rheinfelden sollen gute Empfangs- und Umsteigebedingungen geschaffen werden. zvg

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Die Begegnungszone am Bahnhofplatz Rheinfelden nimmt Formen an. Im Frühling hatte der Gemeinderat unter Vorlage eines Verkehrsgutachtens und mit Zustimmung des Kantons für den Bahnhofplatz Rheinfelden eine Signalisationsänderung zur sogenannten Begegnungszone öffentlich ausgeschrieben.

Nachdem diese – ohne Einsprachen – rechtskräftig geworden ist, wird die Änderung des Verkehrsregimes nun signalisiert.

Premiere in der Schweiz

Laut Hansueli Loosli, Leiter der Regionalpolizei Rheinfelden, erfolgt die Signalisation spätestens nächste Woche. Zudem werden dann auf dem Bahnhofplatz Rheinfelden ungewohnte Markierungen aufgemalt. Die farbigen Quadrate sollen Fahrzeuglenkern und Fussgängern ein neues Verkehrsregime signalisieren: die Begegnungszone.

Darin haben Fussgänger Vortritt. «Es dürfte sich bei den farbigen Quadraten sogar um eine Premiere handeln», wie Hansueli Loosli ausführte, «die Quadrate werden auf dem Bahnhofplatz verstreut. Die Farben sind dezent». In der Signalisationsverordnung sei klar festgehalten, welche Farben erlaubt seien.

Neben den farbigen Quadraten gibt es auf dem Bahnhofsplatz auch eine neue Führungslinie für Sehbehinderte. Entfernt werden dagegen die heutigen Fussgängerstreifen. Da die Fussgänger neu auf dem ganzen Platz Vortritt haben, werden diese nicht mehr benötigt.

Fussgänger kreuz und quer

Fussgänger können in der Begegnungszone jederzeit und überall die Fahrbahn queren, dürfen jedoch die Fahrzeuge nicht unnötig behindern. Für Fahrzeuge gilt die Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern.

Damit die Begegnungszone in der Praxis funktioniert, ist neben der ordentlichen Signalisation mit Tafeln eine kontrastreiche Gestaltung des Übergangs als sogenannte «Torwirkung» vorgeschrieben. An den Eingängen in die Begegnungszone am Bahnhofplatz werden deshalb schachbrettartige Balken auf der Fahrbahn aufgemalt.

Eine Begegnungszone ist in Rheinfelden nicht neu. In der Altstadt besteht bereits heute eine Begegnungszone im Bereich Kupfergasse. Die Begegnungszone soll in zwei Etappen erweitert werden. Neben der gesamten Altstadt soll die Begegnungszone künftig auch Teile der umgestalteten Habich-Dietschy-Strasse sowie die Hermann-Keller-Strasse umfassen. Die Marktgasse wird auch in Zukunft eine Fussgängerzone bleiben.

Tempo 30 im Quellenquartier

Gleichzeitig mit der Begegnungszone am Bahnhofplatz werden im Quellenquartier (Quellenstrasse/ Quellenrain/Margaretenweg/Belchenstrasse) eine Tempo-30-Zone und «blaue Parkfelder» signalisiert.

Die Ausgestaltung erfolgt analog der bestehenden Zone Rosengässchen/Dianastrasse/Kohlplatzweg. In der sogenannten «blauen Zone» gilt tagsüber eine Höchstparkzeit von 1,5 Stunden. Anwohner, die keine Möglichkeit haben, ihr Fahrzeug auf privatem Grund abzustellen, können bei der Regionalpolizei eine Parkkarte beziehen, mit der das zeitlich unbeschränkte Parkieren gestattet ist.

Das neue Verkehrsregime – Begegnungszone und Tempo 30 – tritt mit der Signalisation in Kraft, wie Hansueli Loosli ausführte.

Weitere Quartiere folgen

Die Beruhigung des Verkehrs in allen Wohnquartieren ist ein zentraler Bestandteil des kommunalen Gesamtplanes Verkehr. In verschiedenen Quartieren hat die Stadt in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen mit Tempo-30-Zonen gemacht, wie es in einer Mitteilung der Verwaltung heisst.

Aus diesem Grund soll Schritt für Schritt in allen Quartieren Tempo 30 eingeführt werden. In den nächsten Wochen wird so auch die Tempo-30-Zone für das Quartier Engerfeld öffentlich ausgeschrieben.