Wil Mettauertal
Preisträger ist wie ein Baum, der dank guter Wurzeln viele Früchte trägt

Für sein nachhaltiges Wirken zugunsten der Natur wird der Mettauertaler André Schraner mit dem Naturschutzpreis 2013 für das obere Fricktal ausgezeichnet. Der Preis wird vom Verband Oberfricktalischer Natur- und Vogelschutzvereine verliehen.

Susanne Hörth
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Preisträger André Schraner (links) nimmt von VONV-Präsident Meinrad Bärtschi den aufgeschnittenen Ammoniten entgegen.

Preisträger André Schraner (links) nimmt von VONV-Präsident Meinrad Bärtschi den aufgeschnittenen Ammoniten entgegen.

Susanne Hörth

Die Luft ist am frühen Samstagmorgen kalt. Die schöne, sanfte Hügellandschaft um den Campingplatz Wil (Ortsteil Mettauertal) durch leichten Nebel in einen weissen Schleier gehüllt. «Natur muss man spüren und mit ihr leben», sagt Förster André Schraner. Und weil der für das Forstgebiet Mettauertal und Schwaderloch zuständige Forstfachmann das nicht nur sagt, sondern es seit vielen Jahrzehnten täglich bei der Arbeit, wie auch in der Freizeit sichtbar und nachhaltig umsetzt, erhält er den Naturschutzpreis 2013.

Mit diesem Preis würdigt der Verband Oberfricktalischer Natur- und Vogelschutzvereine (VONV) die Verdienste von Personen, die sich in ausserordentlichem Masse für die Natur einsetzen.

«Ich bin glücklich, dass ich an einer solch schönen Gegend wohnen und arbeiten darf», so Schraner beim Rundgang durch ein Stück «seines» Waldes, seinem Wirkungsfeld. Seit 37 Jahren ist er als Förster hier tätig, hier hat er mit viel Tatendrang, einer grossen Portion Pioniergeist, dem Bewusstsein für Natur sowie Nachhaltigkeit und mit Unterstützung seines Teams, teils auch den Mitgliedern des Naturschutzvereins schon viele Projekte erfolgreich umsetzen können. Eines davon befindet sich im Roggenfeld, Mettauertaler Ortsteil Will. Hier hat Schraner ab 1980 damit begonnen, den einstigen Nadelwald zu einem ökologisch wertvollen Eichenwald umzuwandeln.

VONV-Präsident Meinrad Bärtschi zeichnet den Baum André Schraner
6 Bilder
Preisträger Andre Schraner
Kreisförster Nils Osterwalder
Die Aufwertung von Waldrändern ist Andre Schraner ein grosses Anliegen
Ist ein Baum gut verwurzelt, trägt er viele wertvolle Früchte
Dieser Nussbaum sorgt für viel Verjüngung im Gebiet Egghalde

VONV-Präsident Meinrad Bärtschi zeichnet den Baum André Schraner

Seltene Baumarten fördern

André Schraner hat längst erkannt, dass bei der Waldarbeit nicht allein auf die Holzwirtschaft gesetzt werden kann. Es braucht weitere und insbesondere nachhaltige Projekte. So beispielsweise mit der Förderung von seltenen Baumarten wie Eiche, Nuss- und Kirschbaum. Hierzu erklärt auch der anwesende Kreisförster Nils Osterwalder, dass bei diesem vom Kanton geförderten Projekt nicht der Aufwand, sondern das Ergebnis entschädigt werde. Und ein solch Ergebnis kann André Schraner unter anderem oberhalb des Campingsplatz im Gebiet Egghalde präsentieren.

Kurz zuvor hatte Schraner seinen Zuhörern einen allein stehenden und sehr mächtigen Nussbaum auf einem Stück Wiese gezeigt. Baum und Wiese gehören dem Förster. Ohne direkt im besagten Waldstück zu stehen, hat hier der alte Nussbaum für viel «Nachwuchs» gesorgt. Mit der Kraft der Natur hat sich der Nussbaum in der vom Forstteam vorbereiteten Waldgebiet ebenso gut verbreiten können wie Kirschbäume und unzählige Stechpalmen.

Mit verschiedenen Massnahmen sorgt André Schraner zudem dafür, dass Lebensräume für die verschiedensten Tiere vorhanden sind. Dazu gehören das Anlegen von Tümpeln, Feuchtstellen und Altholzinseln.

Schraner unterstützt auch das Projekt Aufzucht von Steinkrebsen beim Mühle-Weiher in Mettau tatkräftig. «Am Gelingen der VONV-Einsätze im Umfeld der Steinkrebsen-Zucht ist er massgeblich beteiligt. André Schraners Engagement geht weit über die Ausübung seines Berufs hinaus. Privat pflegt er nachhaltig 65 Bäume und eine 1990 gesetzte Hecke», würdigen die VONV-Vorstandsmitglieder das Schaffen von André Schraner.

Förderung eines alten Handwerkes

«Es gibt’s nichts Passenderes, als den Namen André Schraner mit Kohle auf ein weisses Blatt zu schreiben», so VONV-Präsident Meinrad Bärtschi bei der späteren Preisübergabe, Sagt es und zieht dann ober- und unterhalb der Buchstaben je eine Linie und dreht das Blatt um 45 Grad. Kohle deshalb, weil der Preisträger als OK-Präsident der Holzköhlerei Mettauertal, Wil 2014 seinem Anliegen zur Förderung der natürlichen Vielfalt eine geeignete Plattform gibt. Mit der Schauköhlerei im August möchte der Preisträger dafür sorgen, dass ein altes Handwerk in echt erlebt werden kann und nicht in Vergessenheit gerät.

André Schraners Wirken, sein Wissen, seine engagierten Umsetzungen, sein grosses Netzwerk und vieles mehr sind die Wurzeln, die den kräftigen Stamm – Meinrad Bärtschi hat diesen bereits aufs Blatt gezeichnet – im Boden verankern.

Dank dieser Verankerung wächst der Baum, in seiner Krone gedeihen die Früchte der unzähligen Aktivitäten zugunsten der Natur. Dem Ausgezeichneten war es in seiner Rede ein grosses Anliegen, all denen zu danken, die ihn in seinem Wirken zugunsten der Natur stets unterstützt haben, so auch das Gelingen vieler Projekte erst möglich gemacht haben.