Eiken

Postgebäude für 800'000 Franken: Kaufpost von der Ortsbürgergemeinde

Die Ortsbürger kaufen die Post-Liegenschaft für 800000 Franken. nbo/archiv

Die Ortsbürger kaufen die Post-Liegenschaft für 800000 Franken. nbo/archiv

Die Ortsbürgergemeinde hat Interesse an der Liegenschaft an der Hauptstrasse. Im gleichen Gebäude ist auch die Poststelle einquartiert. Etwas verändern würde der Kauf aber nicht.

Das Wohnhaus mit angebauter Poststelle an der Hauptstrasse in Eiken bekommt voraussichtlich eine neue Besitzerin. Die Ortsbürgergemeinde Eiken will das Grundstück kaufen. Das Wohnhaus selber sowie zwei der vier Einzelgaragen unter dem Postlokal sind momentan weder vermietet noch verpachtet.

Die übrigen Mietverhältnisse werden von der Ortsbürgergemeinde mit dem Kauf der Liegenschaft übernommen. Die Poststelle wird also weiterhin an ihrem gewohnten Standort bleiben können.

Nach dem Tod des früheren Posthalters und Hauseigentümers Edwin Arthur Hüsser sei die Immobilie «seit geraumer Zeit» zum Verkauf gestanden, heisst es in der Einladung zur ausserordentlichen Ortsbürgergemeindeversammlung Eiken.

Dass länger kein Kaufvertrag zustande gekommen ist, könnte auch daran liegen, dass der «Allgemeinzustand der Wohnliegenschaft unbefriedigend ist» und vom neuen Eigentümer totalsaniert werden muss.

Die Wohnliegenschaft ist Baujahr 1914 und hat 1969 zum letzten Mal bauliche Veränderungen, erfahren. Wie teuer die nötige Totalsanierung wird, ist noch nicht bekannt. Laut Marcel Weiss, Gemeindeschreiber in Eiken, wurde auch noch keine Offerte angefordert.

Gemeinde als Wunschkandidat

Laut Adrian Ackermann, Inhaber der Abit Immobilien-Treuhand AG Kaisten, habe es einige andere Interessenten gegeben. Das Verkaufsmandat der Liegenschaft wurde Ackermann Mitte Juni 2015 übertragen.

Nachdem die Gemeinde Interesse angemeldet hatte, war schnell klar, dass sie den Zuschlag erhalten würde: «Es ist sicherlichrichtig, dass die Gemeinde diese Liegenschaft übernimmt», findet Ackermann.

«So kann die Poststelle weiterhin betrieben werden und die Gemeinde hat direkten Einfluss auf den Zustand und das Erscheinungsbild an diesem zentralen Standort. Wenn Private eine Liegenschaft kaufen weiss man ja nie, was damit nachher geschieht.»

Der Kaufpreis von 800 000 Franken sei übrigens kein Vorzugspreis für die Gemeinde gewesen, sondern entspricht dem Angebotspreis am Markt, den auch andere Interessenten bezahlt hätten.

Genehmigung hängig

Die Kaufsumme übersteigt die Kompetenzen zum Erwerb von Grundstücken des Gemeinderates. Daher wurde der Kaufvertrag unter dem Vorbehalt der Zustimmung an der Ortsbürgergemeindeversammlung abgeschlossen.

Die Versammlung findet am 11. September statt. Zeitnah bis am 15. September muss dann die Zustimmung zum Kaufvertrag bestätigt werden. Finanziert wird der Kauf aus dem Eigenkapital der Ortsbürgergemeinde.

Für die Nutzung des leeren Wohnhauses stehen verschiedene Optionen im Raum. Laut Gemeindeammann Patrik Balmer wird zum momentanen Zeitpunkt darüber keine Auskunft gegeben.

Wie und in welchem Umfang die Wohnräumlichkeiten genutzt werden sollen und können, bedürfe noch näheren Abklärungen. Der Gemeinderat werde darüber zur gegebenen Zeit informieren.

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