Gipf-Oberfrick

Post-Agentur im Volg: Für das Verkaufspersonal bedeutet sie Mehraufwand

In knapp zwei Wochen wird die Poststelle in Gipf-Oberfrick der Vergangenheit angehören.

Am 21. Oktober startet die Agentur im Dorfladen. Die Volg-Angestellten müssen dafür eine Schulung machen.

Die Fricktaler Liste des Poststellensterbens ist lang. Seit 2000 hat die Post 29 Poststellen geschlossen – zuletzt traf es diejenigen in Herznach, Mettau und Kaiseraugst. Die Schliessungen begründet der Konzern mit einem Rückgang der Schaltergeschäfte.

In einigen Tagen wird die Poststelle in Gipf-Oberfrick Nummer 30 auf der Fricktaler Liste sein. Am Freitag, 18. Oktober, schliesst die Post die Filiale – und bietet ab dem Montag darauf ihre Dienstleistungen im Volg-Laden gleich neben dem bisherigen PostGebäude an.

Vor wenigen Tagen flatterten den Einwohnern der Gemeinde Flyer mit Informationen zum neuen Post-Angebot ins Haus. Das Angebot der neuen Filiale umfasst die täglich nachgefragten Postgeschäfte rund um Briefe und Pakete sowie Einzahlungen und den Bezug von Bargeld.

«Die Arbeiten für die Einrichtung für die neue Agentur beginnen nächste Woche», sagt Post-Sprecher Markus Werner. Das Herzstück der Agentur im Volg sei eine gelbe Posttheke, die direkt neben der Ladenkasse installiert und von Volg-Angestellten bedient werde.

Die Pakete und Brief würden in einem separaten Raum im hinteren Bereich der Filiale deponiert. «Der Raum ist für die Kunden nicht einsehbar», sagt Werner.

«Gegebenenfalls gibt es zusätzliches Personal zu Beginn»

Gemäss Volg-Sprecherin Tamara Scheibli kommt es durch die neue Agentur zu keiner Schmälerung des Angebots. «Das bestehende Sortiment kann beibehalten werden.» Scheibli verhehlt nicht, dass der Betrieb der Postagentur für die Volg-Angestellten zu Mehrarbeit führe.

«Diese kann aber in vielen Fällen durch das bestehende Verkaufspersonal erledigt werden», sagt sie und schiebt nach, dass «gegebenenfalls in der Einführungsphase und zu Spitzenzeiten zusätzliches Personal aufgeboten wird.»

Damit die Volg-Angestellten lernen, wie sie den Post-Schalter bedienen, nehmen sie eine Woche vor der Eröffnung der Agentur an einer Schulung mit vier Ausbildungsmodulen zu je zwei Stunden teil.

«Bei der Schulung sensibilisiert die Post das Partner-Personal auch speziell für die Themen Diskretion und Postgeheimnis», so Werner. In den ersten Tagen nach der Eröffnung sei zudem ein Post-Mitarbeiter vor Ort, um bei Fragen weiterzuhelfen.

Im Fricktal bietet Volg in seinen Filialen die Postdienstleitungen seit geraumer Zeit in mehreren Gemeinden wie etwa in Herznach, Kaisten, Sisseln, Wölflinswil oder Zeiningen an.

«Wie die Erfahrungen unserer Mitarbeiter zeigen, gewöhnt sich die Bevölkerung sehr schnell an die neue Situation mit der Post im Dorfladen», sagt Scheibli. Die Kunden schätzten dabei besonders die ausgedehnten Öffnungszeiten.

In Gipf-Oberfrick können die Postgeschäfte künftig von Montag bis Samstag von 6 bis 21 Uhr erledigt werden. «Eine bediente Agentur mit grosszügigen Öffnungszeiten» stellte der Gemeinderat, der sich lange gegen die Schliessung wehrte, auch als Bedingung an die Post, um eine allfällige AgenturLösung akzeptieren zu können.

«Wir hatten nicht viel Handlungsspielraum gegenüber der Post. Deswegen sind wir mit der Lösung zufrieden», sagt Vizeammann Georg Schmid.

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Autor

Dennis Kalt

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