Wallbach
Pontoniere stacheln um den Titel – Heimvorteil ist Trumpf

An den Schweizer Meisterschaften will Wallbach seinen Heimvorteil im 1000-köpfigen Teilnehmerfeld ausspielen.

Dennis Kalt
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Auf dem Wasser fühlt er sich wohl: Severin Guarda, Vorstandsmitglied beim Pontonierfahrverein Wallbach, hat rund 200 Trainingsfahrten auf dem Parcours absolviert und will den Heimvorteil nutzen. Dennis Kalt

Auf dem Wasser fühlt er sich wohl: Severin Guarda, Vorstandsmitglied beim Pontonierfahrverein Wallbach, hat rund 200 Trainingsfahrten auf dem Parcours absolviert und will den Heimvorteil nutzen. Dennis Kalt

Dennis Kalt

Severin Guarda, Vorstandsmitglied beim Pontonierfahrverein Wallbach, grinst spitzbübisch, als ihm die Frage gestellt wird, ob die Wallbacher Boote an den Schweizer Meisterschaften einen Heimvorteil haben: «Klar, wir haben auf dem Parcours schon rund 200 Trainingsfahrten absolviert und wissen genau, wie wir die Tore und Felsen anfahren müssen.»

Doch die Konkurrenz ist gross. Neben Wallbach haben sich insgesamt 40 Vereine mit rund 1000 Pontonieren für die Schweizer Meisterschaften vom kommenden Wochenende angemeldet. «Solch ein Event ist mit viel Arbeit verbunden. Da kann der Heimvorteil ganz schnell weg sein, wenn man nicht den Fokus auf das Training legt», sagt Guarda. Deswegen wurde der Parcours bereits im März fertiggestellt. Genauso wie das Grundgerüst für die Holzbauten am Ufer, von denen aus die Schiedsrichter die Zeit nehmen und die fahrerische Präzision bewerten.

Pontons

Der Begriff kommt von den Pontons. Bei diesen handelt es sich um Schiffshohlkörper zum Bau von behelfsmässigen Brücken. Es besteht eine Verbindung zwischen den Pontonierfahrvereinen und den Pontonieren im militärischen Bereich.

Einfach sei es nicht gewesen, die Bewilligung für die Durchführung des Wettkampfes zu erhalten – besonders die Verwaltung von Bad Säckingen sorgte für einigen Aufwand: «Die haben uns einen richtig dicken Stapel mit Auflagen in die Hände gedrückt» sagt Guarda und schiebt nach: «Unter anderem war als Auflage vorgesehen, dass wir eine Schallmessung durchführen.»

Über 200 Helfer stehen im Einsatz

Neben den rechtlichen Auflagen war das Organisationskomitee damit beschäftigt, 200 Helfer, die am Wochenende im Einsatz stehen, zu rekrutieren. So muss Bier gezapft, Essen zubereitet und serviert sowie für Getränkenachschub gesorgt werden. Besonders beim Festzelt, in dem über 100 Biergarnituren stehen, werden viele Helfer im Einsatz sein.

Da die Schweizer Meisterschaften am Samstag und Sonntag stattfinden, rechnet Guarda mit rund 400 Übernachtungen: «Die Gemeinde hat uns die Turnhalle zur Verfügung gestellt», sagt er. Einige werden jedoch auch mit dem Wohnmobil anreisen oder ihre Zelte am Rhein aufschlagen. «Gut möglich, dass der eine oder andere auch von Samstag auf Sonntag im Festzelt nächtigen wird», sagt Guarda und schiebt schmunzelnd nach: «Wir Pontoniere halten es oft unkonventionell.»

Alkohol ist jedoch während des Wettkampfes ein rotes Tuch. «Ich kenne niemanden, der alkoholisiert ins Boot steigt», sagt Guarda. Denn auf dem Wasser geht es um Schnelligkeit, Kraft, Präzision, Ausdauer und darum, in einem Boot zu sitzen, im Kampf gegen die Elemente und die Uhr. «Wenn man da nicht nüchtern ist, dann hat man keine Chance», sagt Guarda, der hofft, dass das Wetter mitspielt. «Wenn es zu stark windet, dann verfälscht dies den Wettkampf, weil die Boote durch ihre Länge seitlich eine grosse Angriffsfläche bieten.»

Ebenso könnte der Pegelstand des Rheins einen Einfluss auf den Wettkampf nehmen. Nahe am deutschen Ufer ist ein Felsen befestigt, der sich jedoch in Bewegung befindet und den es zu umfahren gilt: «Ist der Pegelstand zu hoch, ist die Gefahr gross, dass die Boote gegen den Felsen krachen. Dann müssen wir diesen aus dem Parcours nehmen», erklärt Guarda. Nicht nur weil die Zuschauer vom deutschen Ufer aus keine Sicht auf den Parcours haben, rät Guarda diesen, ans Schweizer Ufer zu kommen: «Neben dem sportlichen Spektakel, herrscht bei uns auch im Festzelt oder auf der schwimmenden Bar eine Super-Stimmung.»

Schweizer Meisterschaften der Pontoniere: Freitag, 23. Juni, bis Sonntag, 25. Juni.

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