Polizei-Kooperation
Polizisten können auch kraftvoll kicken

Am Wochenende fand 40. Fussballspiel der Kantonspolizei Aargau gegen die Landespolizei Baden-Württemberg in Rheinfelden statt. Die Aargauer gewannen mit 4:2.

Heidi Rombach
Merken
Drucken
Teilen

Ein verlorener Halbfinal der Deutschen gegen Italien bei der Fussball-WM 1970 war der Auslöser zu einer deutsch-schweizerischen Länderbegegnung unter Polizisten, die am Freitag zum 40. Mal auf dem Spielfeld ausgetragen wurde. Diesmal endete der kampfbetonte, aktionsreiche Match im strömenden Regen mit einem 4:2 für die Aargauer.

Hauptkommissar Siegfried Osswald, Leiter des Polizeireviers im badischen Rheinfelden, freute sich über die hervorragenden Leistungen der Fussballer.

Rund 200 Schaulustige verfolgten die Begegnung, unter ihnen der langjährige Polizeikommandant des Kantons Aargau, Léon Borer, sowie der Chef der Landespolizeidirektion Freiburg, Bernhard Rotzinger. Auch Irene Schönbächler, Leiterin der Kapo-Nord, weilte an der Jubiläumsveranstaltung.

Für attraktiven Länderspielcharakter sorgte die Polizeimusik des Kantons Aargau unter Leitung von Svend König und Tambourinstruktor Marcel Giger, als sie die Nationalhymnen intonierte.

Auf den Tag genau vor 40 Jahren, am 24. September 1970, fand das erste Länderspiel der beiden Polizeikorps statt. Als Männer der ersten Stunde verfolgten von Schweizer Seite Peter Keller, Hansruedi Fischer, Anton Heimgartner, Walter Scheidecker und Werner Müller das Spiel, bei dem Franz Pieper aus Möhlin sogar noch aktiv mitwirkte.

Kooperation nicht erst bei Mord

«Im polizeilichen Alltag gibt es unzählige Anlässe, die eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit, zumindest einen Informationsaustausch, bedingen», meinte Siegfried Osswald am Begrüssungsapéro.

Diese beginne nicht erst beim Kapitaldelikt wie Mord auf dem südbadischen Hochblauen und der Festnahme des Täters im Aargau im vergangenen Winter oder dem Besuch der deutschen Bundeskanzlerin auf der Baustelle für das neue Kraftwerk.

«Die Zusammenarbeit muss auch im Kleinen funktionieren, wie bei der Verfolgung von Verkehrsunfallfluchten, der Zuordnung gestohlener Fahrräder, dem Austausch von Erkenntnissen über Eigentumsdelikte durch grenzüberschreitend handelnde Banden, Mitteilungen über auffällige Jugendliche.»

Bemerkenswert sei hierbei der Umstand, dass die polizeiliche Praxis des Informationsaustausches auf dem «kleinen Dienstweg» erst mit dem Inkrafttreten des Deutsch-Schweizer-Polizeivertrages vom April 1999 auch auf die erforderliche rechtliche Basis gestellt wurde. Dazu zähle mittlerweile auch die «Nacheile ins Nachbarland» bei der Verbrechensbekämpfung.

Oberbürgermeister Eberhard Niethammer hielt in seinem Grusswort fest, dass auf kommunaler Ebene beide Rheinfelden seit 1988 intensiver zusammenarbeiten würden. «Die Polizei war lange Zeit schon Vorreiter grenzüberschreitender Kontakte.»

Beat Stäuble von der Kantonspolizei nahm stellvertretend für die Mannschaft eine gläserne Statue als Erinnerung an das 40. Länderspiel von Siegfried Osswald entgegen. Aus der Hand von Hauptmann Irene Schönbächler erhielten Franz Pieper (CH) und Peter Faller (D) eine hölzerne Plakette. «Das Fussballspiel galt von jeher als Brückenbauer und stärkt die Polizeiarbeit untereinander», betonte Schönbächler.