Frick
Polizei Oberes Fricktal: So viele Festnahmen wie noch nie

Die Polizei Oberes Fricktal hat die Anzahl der Festnahmen im Jahr 2015 deutlich gesteigert. Auch der Terror hat Auswirkungen bis in die Region.

Marc Fischer
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Die Polizei Oberes Fricktal hat im letzten Jahr 39 Personen festgenommen. 2014 waren es noch 26.

Die Polizei Oberes Fricktal hat im letzten Jahr 39 Personen festgenommen. 2014 waren es noch 26.

KEYSTONE

Die uniformierte Patrouillentätigkeit, bei der mutmassliche Kriminaltouristen gezielt angehalten und kontrolliert werden, zeigt Wirkung. Erneut konnte die Polizei Oberes Fricktal die Zahl der Festnahmen steigern – um 50 Prozent von 26 auf 39. Hinzu kommen weitere 24 Anhaltungen, «bei denen wir aber zu wenig in der Hand hatten und die Personen wieder laufen lassen mussten», so Bertschi. Der Kriminaltourismus werde die Regionalpolizei weiterhin stark fordern, ist Bertschi überzeugt. «Unsere Anstrengungen tragen Früchte, aber wir müssen sie sicherlich beibehalten.»

Deshalb wolle man «möglichst oft» in den Gemeinden und Quartieren uniformiert präsent sein, erklärt Polizeichef Werner Bertschi bei der Vorstellung des Jahresberichts 2015. «Dies ist im vergangenen Jahr gelungen», so Bertschi. 10 408 Stunden uniformierter Präsenz – exakt 50 Prozent der Gesamtarbeitszeit – stehen für das vergangene Jahr zu Buche. Das sind rund 700 Stunden mehr als noch im Vorjahr. Der Administrationsaufwand sank 2015 um rund 200 Stunden auf 4159 Stunden. Und: Er soll weiter sinken. «Es ist geplant, die Polizisten mit Laptops auszurüsten, damit sie möglichst viel administrative Arbeit bereits vor Ort erledigen können und möglichst wenig Zeit im Büro verbringen», so Bertschi.

Ebenfalls einen Einfluss aufs Fricktal haben die Terroranschläge in aller Welt. «Auch wenn das Fricktal kaum primäres Ziel für Anschläge ist, müssen wir uns doch bewusst machen, dass die Sicherheit ein labiles Gebäude ist», so der Polizeichef. Deshalb macht man sich bei der Polizei Oberes Fricktal etwa Gedanken, ob Ausrüstung und Bewaffnung noch den Anforderungen entsprechen oder man patrouilliert mit Maschinenpistolen am Bahnhof Frick. «Es ist ein Anblick, an den man sich erst gewöhnen muss», findet Bertschi. Reaktionen aus der Bevölkerung habe es allerdings keine gegeben. «Es scheint, dass die Menschen in der heutigen Zeit dafür Verständnis aufbringen.»

12 Prozent zu schnell unterwegs

Deutlich angestiegen ist im Oberen Fricktal im Jahr 2015 die Zahl der Geschwindigkeitsübertretungen. 6782 Fahrzeuglenker waren bei Kontrollen der Regionalpolizei zu schnell unterwegs. Das sind über 1400 mehr als noch Vorjahr. Da allerdings auch 10 000 Fahrzeuge mehr kontrolliert worden sind, bleibt die Übertretungsquote bei rund 12 Prozent. «Auch wenn die Zahl stabil ist, das ist relativ viel und nicht im guten Bereich», so Werner Bertschi. Es gebe sogar Strecken, bei denen gar fast jedes dritte kontrollierte Fahrzeug zu schnell unterwegs gewesen sei – auf der Zeiherstrasse in Hornussen etwa, oder auf der Unterdorfstrasse in Kaisten. Auf diesen Strecken werde die Polizei weiter wachsam bleiben und vermehrt kontrollieren, so Bertschi weiter.

Asylunterkunft: Wenig Probleme

Für das laufende Jahr hat sich die Regionalpolizei zudem zum Ziel gesetzt grössere Verkehrskontrollen durch- und die Alkoholtestkäufe weiterzuführen. Weniger Auswirkungen als zuerst befürchtet hatte die Eröffnung der Asylunterkunft in der geschützten Operationsstelle in Laufenburg. «Derzeit läuft es sehr gut», so Bertschi, «es gibt nur wenige Vorfälle und der Austausch mit dem Kanton und der Betreiberfirma funktioniert.» Gleichzeitig betont er aber auch, dass das Asylwesen die Polizei wohl auch 2016 weiter beschäftigen werde.