Das närrische Treiben erreicht am dritten Faissen und dem kommenden Wochenende seinen Siedepunkt. Dort, wo sich Menschenmassen, eine ausgelassene Stimmung und mitunter auch viel Alkohol vermengen, ist auch die Polizei nicht weit, um mit Argusaugen die Szenerie zu verfolgen.

«Hin und wieder kommt es an Fasnachtsveranstaltungen zu Streitereien, die sich in einigen Fällen zu physischen Auseinadersetzunge hochschaukeln», weiss der Leiter der Regionalpolizei Oberes Fricktal, Werner Bertschi. So sei nicht zuletzt der Konsum von Alkohol der Grund einer geringen Hemmschwelle.

Jedoch zeichnet Bertschi ein friedvolles Bild der vergangenen Fasnachtsaison: «Grosse Schlägereien oder schwere Übergriffe gab es nicht.» Dabei betont er, dass die Veranstalter der Umzüge, Guggenmusikkonzerte und Fasnachtsbuden mit eigenem Sicherheitspersonal gut aufgestellt seien. Erst wenn diese nicht mehr Herr der Situation sind, würde die Polizei vor Ort intervenieren.

Präsenz zeigen

«Unsere Primärtaktik liegt in der schlichten Präsenz. Wir sind natürlich bei den grossen Veranstaltungen vor Ort. Im Idealfall werden Auseinadersetzungen mit Konfliktpotenzial nur durch unser Auftreten im Keim erstickt», sagt Bertschi.

Aufgrund der vermehrten Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht in deutschen Grossstädten habe man die Einsatzkräfte auf solche Situation sensibilisiert: «Ich gehe jedoch nicht davon aus, dass es bei uns zu ähnlichen Vorfällen kommen wird», sagt der Polizeichef.

Auch dass über die närrische Zeit vermehrt Alkoholisierte am Steuer sässen, bezeichnet Bertschi als Klischee: «Natürlich werden wir Verkehrskontrollen durchführen. Unsere Erfahrungen zeigen aber, dass an den Fasnachtswochenenden nicht mehr alkoholisierte Fahrzeuglenker unterwegs sind als an jedem x-beliebigen Wochenende auch.»

Insgesamt bestünde die Tendenz, dass die Fasnächtler in den letzten Jahren «vernünftiger» geworden sind: «Wenn eine Gruppe von Kollegen an Veranstaltungen geht, dann wird sich meist im Vorfeld abgesprochen, wer nüchtern bleiben und den Chauffeur spielen muss», sagt Hansueli Loosli, Leiter der Polizei Unteres Fricktal.

Sachbeschädigung ganz oben

Das häufigste Delikt sei deswegen auch nicht die Trunkenheit am Steuer, sondern Sachbeschädigung: «Besonders wenn sich zur jugendlichen Gruppendynamik Alkoholkonsum dazugesellt, können schnell mal Scheiben zu Bruch gehen», erklärt Loosli.

Das Gefahrenpotenzial für Übergriffe auf Frauen schätzt Loosli als marginal ein: «Für solche Phänomene, wie sie in Köln oder Stuttgart an Silvester vorgefallen sind, braucht es eine gewaltige Menschenmenge und einen grossen öffentlichen Raum. In Rheinfelden oder Möhlin ist jedoch beides nicht gegeben.» So hoffen beide Polizeichefs auch dieses Jahr wieder auf eine fröhliche und vor allem friedvolle Fasnacht.