Gipf-Oberfrick
Polizei-Berater: «Körpernähe macht nicht immer glücklich»

Sein Publikum hing ihm förmlich an den Lippen und lauschte gespannt seinen Ausführungen: Rolf Mohn von der Kantonspolizei Aargau referierte in Gipf-Oberfrick vor 110 Seniorinnen und Senioren über die Gefahren für ältere Leute.

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Rolf Mohn, Beratungsstelle der Kantonspolizei Aargau.

Rolf Mohn, Beratungsstelle der Kantonspolizei Aargau.

Silvan Hartmann

Rosmarie Hinnen vom Seniorenrat Gipf-Oberfrick versprach am Freitagnachmittag den rund 110 erschienenen Seniorinnen und Senioren in der Begrüssung ein interessantes Referat von Feldweibel Rolf Mohn, dem Leiter der polizeilichen Beratungsstelle der Kantonspolizei Aargau und Spezialist für Kriminalitätsbekämpfung.

Und so war es denn auch: «Prävention – Mohn», war gross an die Wand des Pfarreisaals projiziert, ausserdem die Telefonnummern samt der Mail-Adresse des Referenten, der sagte: «Körpernähe macht nicht immer glücklich.»

Was er damit meinte, zeigte er anhand zahlreicher Beispiele: Trickdiebe haben es vor allem auf ältere Personen abgesehen, die sie ablenken, um an Bargeld und Schmuck zu gelangen. Dabei gibt es immer wieder Fälle von Umarmungen, die vermieden werden sollten. Eben: Körpernähe macht nicht immer glücklich.

Vorsicht ist geboten: Trickdiebe

«Wir können von der Polizei aus nur beraten und empfehlen, nicht etwa vorschreiben oder gar befehlen», sagte Rolf Mohn. Seine Themen waren denn auch sehr vielfältig und betrafen alles rund um Vermögensdelikte: Vorsicht ist geboten vor Trick- und Taschendieben.

Der Referent warnte vor Einschleidieben und Einbrechern. Eindrücklich war auch seine Darstellung der Opferzahlen bei den über 70-jährigen bezüglich der Bedrohung an Leib und Leben, Raub und Entreissdiebstählen durch geschickte Gauner. Wertvoll sei im übrigen die Nachbarschaftshilfe.

«Diebstahl kommt am meisten vor»

Rolf Mohn erklärte: «Diebstahl kommt am meisten vor und ist zuoberst in der Kriminalstatistik. Gefahr besteht überall dort, wo Bargeld und Wertsachen in Umlauf kommen. Es kann jemand zu Hause, auf der Strasse, auf Reisen, beim Einkaufen und an Veranstaltungen bestohlen werden.»

Der Referent erklärte auch die Umstände, unter denen der Enkel-Trick funktioniert: «Die Betrüger nehmen telefonisch mit ihrem Opfer Kontakt auf und bauen so Vertrauen auf. Die Geschichten, die aufgetischt werden, erwecken Erbarmen.

Wenn dann jemand bereit ist, dem vermeintlichen Verwandten Geld zu geben, werden Mittelsleute zum Abholen geschickt – der Enkel ist dann aus irgendwelchen Gründen auf einmal verhindert.»

Als präventive Massnahmen, um nicht auf den Enkel-Trick hereinzufallen, riet Rolf Mohn den Seniorinnen und Senioren: «Wer viel Geld auf der Bank hat, soll eine Bezugslimite für das eigene Konto einrichten, welche nur unter besonderen Voraussetzungen überschritten werden kann, zum Beispiel durch eine Unterschrift zu zweien.» (chr)