Der FC Zeiningen hat ein Problem: Sein Fussballplatz ist in einem schlechten Zustand. «Wenn der Rasen nass ist, dauert es sehr lange, bis das Wasser abläuft. Der Platz ist oft unbespielbar. Es ist daher schwierig, einen geregelten Spielablauf aufrechtzuerhalten», sagt Vorstandsmitglied Peter Guthauser.

Um dies zu ändern, informierte der FC Zeiningen seine Mitglieder, dass an der Gemeindeversammlung ein Überweisungsantrag für die Sanierung des Fussballplatzes gestellt wird. An der Gmeind waren 98 Stimmberechtigte anwesend. Wie viele davon Mitglieder des FC Zeiningen waren, kann Guthauser nur vermuten: «Vielleicht 30 und noch einige Passiv-Mitglieder dazu.»

Dass der Antrag angenommen wurde, ist deswegen wenig erstaunlich. Trotzdem war das Abstimmungsergebnis mit 44:37 Stimmen relativ knapp. Die grosse Mehrheit der Nicht-Fussball-Mitglieder im Plenum sprach sich gegen das Sanierungsvorhaben aus.

Auch der Gemeinderat hält in der momentanen Situation eine Sanierung für ungünstig: «Klar, der Zustand des Rasens ist schlecht. Aufgrund der schwachen finanziellen Lage, würden wir die Sanierung jedoch lieber ein paar Jahre nach hinten schieben», sagt Gemeindepräsidentin Sabin Nussbaum.

Kostenbeteiligung erwünscht

Laut Nussbaum belaufen sich die Kosten für die Sanierung des Fussballfeldes auf rund 800 000 Franken. Aufgrund von Zuschüssen würden sich diese für die Gemeinde auf 550 000 Franken verringern. Dass die Sanierung an der nächsten Gmeind traktandiert wird, ist laut Nussbaum nicht unwahrscheinlich. Dann würde sie sich wünschen, dass sich die Gemeinden des Wegenstettertals sich an den Sanierungskosten beteiligen: «Wir nehmen im Tal eine Zentrumsfunktion ein. Es gibt einige aus den umliegenden Gemeinden, die auf diesem Platz Fussball spielen», sagt Nussbaum. So kommt rund ein Drittel der Mitglieder des FC Zeiningen aus dem Wegenstettertal.

Die Frage, ob im Falle einer Sanierung die Gemeinde für ein Partikularinteresse des Fussballvereins aufkommen würde, umkurvt Nussbaum: «Der Mehrheitsentscheid ist zu akzeptieren.» Dennoch entspricht die Betroffenheitspolitik nicht gerade dem demokratischen Ideal: «Einige Mitglieder des Fussballclubs habe ich noch nie an einer Gemeindeversammlung gesehen. Ich würde mir wünschen, dass sie nun öfters kommen.»