Frick

«Platanenhof» schliesst an Weihnachten und weicht einer Wohnüberbauung

Lars Laier schliesst den «Platanenhof» in Frick per 21. Dezember. Auf dem Areal sollen Wohnungen entstehen.

Lars Laier schliesst den «Platanenhof» in Frick per 21. Dezember. Auf dem Areal sollen Wohnungen entstehen.

Am 21. Dezember geht eine Ära zu Ende. Ganze 21 Jahre führt Lars Laier den «Platanenhof» in Frick. Nun wird er auf dem Areal eine Wohnüberbauung realisieren.

Am 1. Oktober 1997 eröffnete Lars Laier seinen «Platanenhof» in Frick. In den vergangenen 21 Jahren hat er das Restaurant zu einer Speiseadresse gemacht, die über die Region hinausstrahlt. Das Hotel etablierte sich als Vier-Sterne-Haus, ehe Laier vor fünf Jahren einen Stern abgab, nicht zuletzt, um im grenznahen Raum preislich konkurrenzfähig zu sein.

Bereits vor einem Jahr kündigte Laier gegenüber der AZ jedoch an, dass er «in den kommenden 48 Monaten» sein Hotel-Restaurant schliessen und eine Wohnüberbauung realisieren werde.

Nun ist klar, dass es bis zur Schliessung keine vier Jahre dauert. Laier hat entschieden, dass der «Platanenhof» per 21. Dezember geschlossen wird. «Wir beschreiten diesen Weg mit einem weinenden und einem lachenden Auge, denn wir blicken wehmütig auf die schönen Momente zurück, die wir mit Ihnen erleben durften», schreiben Lars und Jolanda Laier in einer «Information an und die Gäste und Freunde des Hotels Platanenhof».

Vielschichtige Gründe

Die Wehmut ist denn auch spürbar, wenn Laier gegenüber der AZ sagt: «21 Jahre sind eine lange Zeit, das muss uns erst einmal jemand nachmachen.» Die Gründe, die in einem intensiven dreijährigen Prozess schliesslich zum Entscheid geführt haben, seien vielschichtig.

Der fehlende Nachfolger habe ebenso mitgespielt wie das Wirtschaftsumfeld. Die Gastrobranche ist allgemein unter Druck, im grenznahen Raum akzentuiert sich dies noch. Auch die relativ hohen Fixkosten in der etwas verschachtelten Liegenschaft und die Grösse des Betriebs waren Punkte, die in der Entscheidungsfindung berücksichtigt wurden.

Im Mai folgte mit einem Brand ein weiterer Dämpfer. Die Staatsanwaltschaft geht von Brandstiftung aus und hat vergangene Woche gegen eine der beiden in der Brandnacht verhafteten Personen Anklage erhoben. Der Beschuldigte befindet sich laut Fiona Strebel, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft, im vorzeitigen Strafvollzug.

Gegen die andere Person habe sich der Verdacht nicht erhärtet. Sie wurde aus der Untersuchungshaft entlassen und das Verfahren wurde eingestellt. «Viele meinten, dass wir nach dem Brand gar nicht mehr öffnen», so Laier. Durch diesen Irrglauben blieben Gäste aus, dabei wurde das Hotel für rund 100 000 Franken umgehend wieder instand gestellt und der Restaurantbetrieb lief ohnehin durchgehend weiter.

Weiterhin mit viel Herzblut dabei

Die Investition zeigt, dass Laier seinen Betrieb weiterhin mit viel Herzblut führt. «Dies wird bis zum letzten Tag so bleiben», verspricht er. «Wir sind bis zum 21. Dezember mit voller Motivation und in gewohnter Qualität für unsere Gäste da.» Der «Platanenhof» steht somit in diesem Jahr noch ein letztes Mal für Weihnachtsessen offen. Die 15 Mitarbeiter ziehen laut dem Hotelier ebenfalls voll mit «und halten uns die Stange» – zwei gehören seit dem ersten Tag zur «Platanenhof»-Crew.

Um die Zukunft seiner Mitarbeiter sorgt sich Laier denn auch nicht. «Ich bin überzeugt, dass alle einen Job finden», sagt er. Einige hätten bereits neue Arbeitgeber gefunden. Seine eigene Zukunft ist dagegen noch offen. Klar sind diesbezüglich zwei Dinge: «Mein Herz schlägt weiterhin für die Gastronomie und ich bin zu jung, um in Pension zu gehen», so der 50-Jährige. Ihm stehe also eine spannende Zukunft bevor, ist der Gastronom überzeugt.

Zu dieser Zukunft gehört für Laier auch die Planung und Umsetzung einer Überbauung. Denn der «Platanenhof» wird abgerissen und Wohnungen Platz machen. Laier, der im Besitz des Areals ist, möchte hauptsächlich kleinere Wohnungen mit bis zu 3,5 Zimmern realisieren.

Derzeit sei ein Architekt dabei, das definitive Projekt auszuarbeiten. «Wir möchten das Baugesuch möglichst bald einreichen», so Laier. Einen genauen Zeitplan gebe es allerdings noch nicht und auch die Anzahl der Wohnungen, die dereinst auf der Parzelle entstehen sollen, ist noch offen.

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Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

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