Laufenburg
Plastik-Möbel oder Tetrapacks: Laufenburger recyceln nun auch Kunststoffe

Die Gemeinde Laufenburg beteiligt sich am Projekt «Kunststoffsammelsack.ch». Ab dem 1. Oktober sind an verschiedenen Verkaufsstellen Kunststoffsammelsäcke erhältlich. Der Gemeinderat will so die Umwelt schonen.

Nadine Böni
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Ab 1. Oktober sind die Kunststoffsammelsäcke auch in Laufenburg erhältlich.

Ab 1. Oktober sind die Kunststoffsammelsäcke auch in Laufenburg erhältlich.

Zur Verfügung gestellt

Ob Plastik-Möbel, Sichtmappen, Benzin-Kanister, Joghurtbecher, Shampoo-Flaschen, Waschmittel-Behälter, Tetra-Verpackungen oder Milchflaschen – alles besteht aus Kunststoff. Und Vieles davon landet, einmal abgenutzt, kaputt oder leer, im Abfalleimer. Vielleicht wird davor noch eine Etikette an der Flasche entfernt, die Papiermanschette am Becher gelöst oder der Aludeckel abgeschraubt und separat recycelt.

Verkauf ab Oktober

Das soll sich in Laufenburg nun ändern. Die Gemeinde beteiligt sich am Projekt «Kunststoffsammelsack.ch» und bietet der Bevölkerung damit eine neue Dienstleistung in der Abfallentsorgung. Der Sammelsack ist im Aargau seit Anfang April diesen Jahres im Umlauf. Lanciert wurde er von der Firma Häfeli-Brügger AG (www.haefeli-bruegger.ch) in Klingnau. Sie verkauft den 110-Liter-Sack seither vor Ort und über verschiedene Gemeinden im Kanton. So ist der Sack in gewissen Gemeinden etwa auf Poststellen oder Entsorgungszentren erhältlich.

Auch in Laufenburg und der Umgebung wird er an verschiedenen Verkaufsstellen angeboten: Im Volg in Sulz, bei der Gärtnerei Leuenberger in Laufenburg sowie bei der Abteilung Finanzen in Laufenburg. Der Sammelsack kostet pro 10er-Rolle 35 Franken. Die Säcke können ab dem 1. Oktober gekauft und im Werkhof Laufenburg und der Sammelstelle Lagerhaus Mittelsulz abgegeben werden.

Kunststoff sammeln ist billiger

Der Entscheid, beim Projekt «Kunststoffsammelsack.ch» mitzumachen sei mit dem Ökologiegedanken begründet, schreibt der Laufenburger Gemeinderat in einer Mitteilung. «Bei schwindenden Erdölressourcen wird damit ein aktiver Beitrag zur sinnvollen Verwertung des stetig wachsenden Kunststoffanfalls geleistet.» So ersetze jedes Kilo rezyklierter Kunststoff einen Liter Erdöl, Ausgangsstoff von Plastik. Das Potenzial dabei ist riesig: In der Schweiz fallen jährlich 780 000 Tonnen Kunststoffabfall an. Gerade einmal 90 000 Tonnen davon werden bisher rezykliert.

Die Bevölkerung könne ausserdem Geld sparen, wenn sie Kunststoff sammle, weil dessen Entsorgung gegenüber dem Kehricht deutlich günstiger sei, schreibt der Laufenburger Gemeinderat in seiner Mitteilung.

Was kommt in den Sack?

«Ein 35-Liter Kehrichtsack enthält rund einen Drittel Kunststoffe, das heisst mit einem 110-Liter Kunststoffsammelsack können bis zu zwei Kehrichtsäcke gespart werden.» Ausserdem: Die Entsorgung von 110 Liter Kunststoff kostet 3.50 Franken. Die Entsorgung von 110 Litern Kehricht hingegen schlägt in Laufenburg mit 9 Franken zu Buche.

Aber was gehört eigentlich in den Kunststoffsammelsack? Erlaubt sind Plastik-Gartenmöbel, Shampoo- oder Waschmittelflaschen, Beutel, Becher, Rahmflaschen, Plastikbecher, Drehverschlüsse, Kübel, Kanister oder Verpackungsmaterial wie Schrumpffolie. Hingegen gehören Silofolien, Landwirtschaftsfolien, PET-Getränkeflashen, Gartenschläuche oder Elektrokabel nicht in den Sack.