Rheinfelden
Plan C: Neuer Steg am alten Ort

Die IG pro Steg geisselt erneut den Abriss des alten Kraftwerk-Ensembles und macht sich nun für einen neuen Steg stark.

Peter Rombach
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Obwohl die IG pro Steg ihre ursprünglichen Ziele, nämlich Erhalt des alten Kraftwerks mitsamt Eisensteg, nicht erreichen konnte, will sie satzungstreu bleiben.

Nun engagiert sich die Vereinigung für den Bau eines neuen Rheinübergangs und unterstützt damit auch die beiden Städte Rheinfelden.

Dass die Abbruchbagger am alten Ensemble bereits machtvoll zuschlagen, stimmt die Aktivisten traurig. «Das ist ein schmerzendes Horrorszenario», bekannte Vorstandsmitglied und Medienchef Ueli Urwyler gestern Vormittag an einer Medienorientierung. «Die Geschichte wird uns recht geben, dass ein einmaliges Denkmal hätte erhalten bleiben müssen.»

Beretta Experte für Kulturerbe

Kurt Beretta, längst zum Experten für die Aufnahme bedeutender Anlagen in die Unesco-Liste für Weltkulturerbe gereift, skizzierte nochmals die vergeblichen Mühen, vom Petitionsausschuss des baden-württembergischen Landtags wichtige Schützenhilfe zu erhalten. «Unsere Petition wurde aus Rechtsgründen abgelehnt, die Zweckmässigkeit des Abrissentscheids prüfte leider niemand.»

Das alte Kraftwerk hätte vor Jahren schon ins Denkmalbuch eingetragen werden müssen. Alle Unesco-Kriterien seien erfüllt. «Eine Katastrophe, dass die Wiege der modernen Elektrizität kaputtgemacht wird.» Dass es dagegen keine Klagemöglichkeit gegeben habe, sei unverständlich. Ebenso die Weigerung, ein Moratorium zu gewähren.

Scholer spricht von Zumutung

IG-Präsident Peter Scholer bedauerte, dass es nicht gelungen sei, den «kulturellen Faktor» einzubringen. «Wir haben juristisch, politisch und initiativ reagiert, obwohl wir eigentlich mit dem Rücken zur Wand standen.»

Im Durchschnitt 150 Leute an den zwölf Donnerstag-Demonstrationen wertete Scholer als «eindrücklich». Dass die oberste Denkmalbehörde in Baden-Württemberg ausgerechnet im Wirtschaftsministerium angesiedelt ist, das auch über Kraftwerkkonzessionen entscheidet, empfand er als «Zumutung».

Pavillon muss her

Nun gelte es, sich für den Plan C starkzumachen, also vehement einen Stegneubau «am alten Ort mit gleichen Qualitäten» zu fordern. Und er verwies auf jene von der Energiedienst AG übernommene Verpflichtung, einen Pavillon zu errichten und damit nahe beim alten Kraftwerkstandort die Geschichte der Rheinfelder Stromproduktion aufzubereiten.

Mit Blick auf die geplante Optimierung des Rheinuferrundwegs machte er deutlich: «Wir hoffen auf ein Maximalprogramm.» Allerdings gibt es bereits Sperrfeuer in Richtung eines Stegneubaus. Im Gemeinderat von badisch Rheinfelden hiess es quer durch alle Fraktionen, wichtige Infrastrukturprojekte wie Hallenbad- oder Schulsanierungen stünden in der Stadt schon lange auf der Warteliste. Es gebe wichtigere Aufgaben als den Stegneubau.