Pharma
Lonza schafft in Stein 70 neue Arbeitsplätze – will aber nicht verraten, ob auch Corona-Impfstoff abgefüllt wird

Der Pharmazulieferer produziert im Wallis die Wirksubstanz des Moderna-Impfstoffs und investiert nun in den Standort Stein: Dort sollen künftig noch mehr Arzneimittel in Karpulen und Spritzen abgefüllt werden. Ob auch der Moderna-Impfstoff dazu gehört, lässt das Unternehmen aber offen.

Nadine Böni
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Lonza produziert am Standort in Visp (VS) den Wirkstoff für die Moderna-Impfung gegen Covid-19.

Lonza produziert am Standort in Visp (VS) den Wirkstoff für die Moderna-Impfung gegen Covid-19.

Keystone (25. März 2021)

Seit einigen Monaten ist der Pharmazulieferer Lonza hierzulande immer mal wieder in den Schlagzeilen – aus gutem Grund: Das Unternehmen mit Hauptsitz in Basel produziert die Wirksubstanz des amerikanischen Moderna-Impfstoffs gegen Covid-19. Eine der Produktionsstätten ist das Walliser Werk von Lonza in Visp.

Nun macht Lonza auch mit Fricktal-Bezug Schlagzeilen: Der Pharmazulieferer investiert in die Entwicklung und Herstellung von Arzneimitteln in der Schweiz und baut damit seine Kapazitäten für die sterile Abfüllung von Arzneimitteln aus. Am Standort Stein im Fricktal sollen 70 neue Stellen entstehen.

Seit 2019 in Stein tätig

Der Standort des Pharmaunternehmens in Stein befindet sich auf dem Gelände von Novartis, einem Kunden von Lonza. Lonza hatte 2019 eine Produktionsanlage von Novartis übernommen. Die Anlage diente zuvor Novartis als Kompetenzzentrum für die sterile Produktion von Arzneistoffen für klinische Studien. Auch Lonza nutzt sie für die Herstellung von Pharmaprodukten unter sterilen Bedingungen.

Derzeit arbeiten am Lonza-Standort in Stein rund 80 Mitarbeitende. Diese seien vor allem im Bereich «Fill and Finish» tätig, wie Peter Droc, Head of Drug Product bei Lonza, erklärt.

«Dieser Prozess findet am Ende der pharmazeutischen Produktionskette statt.»

Unter «Fill and Finish» versteht man in der pharmazeutischen Industrie das Füllen und Fertigstellen von Fläschchen etwa mit Impfstoff sowie den Abschluss des Verpackens des Arzneimittels zur Verteilung.

Im Einsatz sind moderne Roboter

Nun wird die Kapazität am Standort um eine dritte Produktionsanlage erweitert. «Die Erweiterung kommt unseren Kunden zugute, da wir nun eine breite Palette von Darreichungsformen anbieten können, darunter Fläschchen, Karpulen und vorgefüllte Spritzen», sagt Droc. Die Anlage sei für die Verarbeitung verschiedener Arzneimittel vorgesehen, darunter monoklonale Antikörper, Biokonjugate und virale Vektoren. «Das ermöglicht es uns, mehr und andere Kunden zu unterstützen», so Droc.

«Fill and Finish» aber sei wichtiger Gesamtbereich für das Unternehmen und «ein Bereich, in dem wir wachsen wollen», sagt Droc. Laut einer Mitteilung des Unternehmens sollen in Stein moderne Roboter eingesetzt werden. Aber eben auch rund 70 zusätzliche Arbeitsplätze werden entstehen – womit sich der Standort mitarbeitermässig beinahe verdoppelt.

Rekrutierung der Mitarbeitenden läuft

Die neue Produktionslinie werde innerhalb der bestehenden Anlage gebaut, ebenso wie einige zusätzliche Büroräume für die neuen Mitarbeitenden, sagt Droc.

Die Suche nach neuen Mitarbeitenden habe bereits begonnen. «Infolge der Expansionspläne werden wir nach Talenten mit unterschiedlichem Hintergrund suchen – von Wissenschaftern und Projektmanagern bis hin zu Supportfunktionen und Bedienern», sagt Droc.

Eine breit angelegte Rekrutierungskampagne sei bereits angelaufen. «Sie wird auf dem Weg zur Fertigstellung der Erweiterung im Jahr 2023 weiter ausgebaut», so Droc.

Keine Details zu Kunden und Investitionssumme

Offen bleibt derweil, ob auf der neuen Abfüllanlage in Stein allenfalls auch der Moderna-Impfstoff gegen Covid-19 abgefüllt wird. Peter Droc sagt auf entsprechende Nachfrage lediglich:

«Wir geben weder finanzielle Details dieser Investition noch die Kunden, für die wir in Stein arbeiten, bekannt.»

So oder so: Stein spielt in der Bekämpfung der Pandemie bereits eine gewichtige Rolle: Der Pharmakonzern Novartis füllt hier seit einigen Monaten den Covid-Impfstoff von Biontech/Pfizer ab.

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