Mettauertal

Pflanzenschutzmittel im Trinkwasser: In Mettau und Etzgen wurde der Grenzwert überschritten

Nicht ganz sauber: Das Trinkwasser in den Gebieten Mettau und Etzgen.

Nicht ganz sauber: Das Trinkwasser in den Gebieten Mettau und Etzgen.

In Mettauertal wurde der Grenzwert von sich im Trinkwasser befindenden Chlorothalonil überschritten. Betroffen sind sie Ortsteile Mettau und Etzgen. Noch herrscht im Umgang mit Chlorothalonil Ratlosigkeit.

Auch die Gemeinde Mettauertal hat jetzt ein Chlorothalonil-Problem. Betroffen sind sie Ortsteile Mettau und Etzgen. Dort kam bei einer Wasserprobe jüngst heraus, dass sich pro Liter 0,16 Mikrogramm eines Abbauprodukts des Pflanzenschutzmittels befinden – geringfügig über dem erlaubten Grenzwert von 0,1 Mikrogramm. Brunnenmeister Dominik Zumsteg geht davon aus, dass auch die Ortsteile Oberhofen und Wil betroffen sind. Dort sollen Proben im zweiten Halbjahr 2020 genommen werden.

Schon einmal, 2019, wurde in Mettauertal das Wasser auf das als krebserregend geltende Chlorothalonil überprüft und in allen Wassernetzen waren die Grenzwerte noch unterschritten worden. Doch nach einer Verfeinerung der Messtechnik hat der Kanton 2020 nochmals Messungen veranlasst.

Muss die Gemeinde jetzt aktiv werden, um die Belastung wieder unter den erlaubten Grenzwert zu drücken? Kann sie das überhaupt? «Wir können und werden nichts unternehmen», sagt Zumsteg. Das Wasser zwischen den Netzen der Fusionsgemeinde zu mischen, sei technisch nicht möglich. Dazu müssten Verbindungsleitungen verlegt werden. Das wäre nicht nur teuer, es brächte auch nichts. «Die Belastung mit Chlorothalonil ist bei uns überall gegeben», sagt Zumsteg. Sämtliche Mettauertal-Teilgemeinden seien durch landwirtschaftliche Nutzungen geprägt. Und in Landwirtschaft und Weinbau wurde Chlorothalonil hauptsächlich eingesetzt.

Kanton gibt Zeit bis Ende 2021

Der Kanton sage: Bekommt das Problem bis Ende 2021 in den Griff. Zumsteg: «Doch niemand sagt, wie das im Detail gehen soll.» So hofft er darauf, dass sich das Problem von alleine löst, bedingt durch das seit diesem Jahr geltende Verbot des Stoffes.

Wie lange es dauert, bis sich Chlorothalonil im Erdreich abgebaut hat, weiss auch Zumsteg nicht. «Ich will das Problem nicht schönreden», sagt er. Aber zu Panik gebe es auch keinen Grund: «Auch mit einem überschrittenen Grenzwert kann das Wasser der Gemeinde Mettauertal bedenkenlos getrunken werden.» (hcw)

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