Fricktal
Pferdemist sorgt immer wieder für Ärger – Reiter lassen sich was einfallen

Pferdehalter müssen den Pferdemist auf öffentlichen Strassen entsorgen. Nicht alle halten sich daran. Sehr zum Ärger der Fussgänger.

Nadine Pfeifer
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Sabine Kuster

Obwohl die Beschwerden seltener wurden, hat die Gemeinde Kaisten am Donnerstag in einem Aufruf in den amtlichen Publikationen die ansässigen Reiter an ihre Pflicht erinnert, den Pferdemist zu entsorgen. Dies ist auch im Polizeireglement des Oberen Fricktals festgehalten. Dort steht: «Es ist verboten, Pferdemist auf öffentlichen Strassen und Plätzen liegen zu lassen. Reiter und Halter von Pferden sind verpflichtet, den anfallenden Pferdemist einzusammeln und vorschriftsgemäss zu entsorgen.»

Auch im Polizeireglement des Unteren Fricktals ist ein entsprechender Abschnitt zu finden, der Tierhalter allgemein dazu anhält, den Kot ihrer Tiere «einzusammeln und zweckmässig zu beseitigen». In Gipf-Oberfrick beschränkt sich dieser Artikel auf bebaute Gebiete, in den anderen Gemeinden des Oberen Fricktals sollten auch Flurwege sauber hinterlassen werden.

Die Gründe für die Beschwerden sind naheliegend. Als Fussgänger möchte man nicht in Pferdemist treten und auch an den Reifen macht sich die Hinterlassenschaft eher schlecht.

Wie aus Kommentaren zum Artikel von «20 Minuten» «Pferdemist auf Strasse – Gemeinde greift durch» vom Juli 2014 hervorgeht, fühlen sich ausserdem Hundebesitzer ungerecht behandelt. Unter den Kommentaren heisst es zum Beispiel «Wo ist das Problem? Jeder Hundehalter muss den Kot seines Tieres aufsammeln, das MUSS auch für die Herrschaften hoch zu Ross gelten.»

Die Reiter bemühen sich

Weil das Volumen des Pferdemists ein Hündesäckli sprengt, mussten sich die Reiter etwas einfallen lassen, um diesem Anliegen nachzukommen. Eine Möglichkeit stellt die Lösung des Betreibers der Horsefarm in Effingen dar. Er hat im Dorf zwei Tonnen und je eine Art Schaufel aufgestellt, die auch von Reitern aus anderen Reitställen benützt werden dürfen. Die beiden RobyHorse werden regelmässig vom Reitstall geleert. Es dürfen sich aber auch Dorfbewohner für ihren Garten bedienen.

In den meisten Gemeinden gibt es keine solchen Entsorgungstonnen. Zumindest in den Wohngebieten funktioniert die Regelung aber gut. Es hat sich eingebürgert, dass Reiter nach ihren Ausritten nochmals mit dem Auto ins Dorf fahren, den Kot zusammennehmen und ihn mit dem Auto zum Miststock im Reitstall bringen. Das stellt keinen allzu grossen Aufwand dar und kommt gut an bei den Leuten.

In den Gemeinden stellt man fest, dass die Reiter rücksichtsvoller geworden sind. Marcel Weiss, Gemeindeschreiber in Eiken, sagt: «Die letzte Beschwerde liegt länger zurück.» Und auch in Gipf-Oberfrick sind Beschwerden selten geworden.

Der Stall Sportpferde Mettauer in Gipf-Oberfrick ist der grösste Pferdebetrieb im Ort. Das Team erfüllt seine Pflichten nach jedem Ausritt, indem sie mit dem Auto nochmals wegfahren und den Mist mitnehmen. Dieses Verhalten ist mitbestimmend für die wenigen Beschwerden in der Gemeinde. Hin und wieder erhält Karin Schmutz von Mettauer Sportpferde, die in regelmässigem Kontakt zur Gemeinde steht, aber auch Beschwerden, die auf fremdem Mist gewachsen sind.

Dass nicht alle Reiter gleich konsequent sind, ist zwar schade, soll aber nicht Anlass zu Streitigkeiten sein. Karin Schmutz sagt: «Wir sammeln immer wieder auch liegengebliebenen Mist von fremden Pferden ein. Wenn wir sowieso schon dabei sind, spielt das ja keine grosse Rolle.» Ihr ist es wichtig, mit den Bewohnern der Gemeinde ein gutes Miteinander und Nebeneinander zu pflegen. Dafür ist sie auch gerne bereit, zur Schaufel zu greifen.