Fricktal

Pfarrermangel: immer mehr Übergangslösungen

Für die katholische Kirche in Eiken wird ein Pfarrer gesucht. sh

Für die katholische Kirche in Eiken wird ein Pfarrer gesucht. sh

Der Seelsorgeverband Eiken-Stein ist mit seiner Pfarrvakanz in guter Gesellschaft. Denn im Fricktal bestehen derzeit gleich mehrere Vakanzen, so auch in den Gemeinden Laufenburg, Eiken und Stein, Herznach, Hornussen und Zeihen.

Letzte Woche wurde bekannt, dass Pfarradministrator Polycarp Nworie die Kirchgemeinde Eiken-Stein verlässt. «Völlig überraschend», wie Karl Widmer, der Präsident der Kirchenpflege, gegenüber der Aargauer Zeitung betonte, «es traf uns wie ein Blitz aus heiterem Himmel.»

Im Vorfeld habe es keine Anzeichen für den Weggang gegeben, so Widmer weiter.

Neu im Kanton Luzern

Erst im März vor einem Jahr hatte Nworie die Stelle im Fricktal angetreten. Damals waren die Verantwortlichen von einem rund sechsjährigen Engagement ausgegangen.

Anschliessend – so der damalige Plan – sollte Nworie in sein Heimatbistum in Nigeria zurückkehren. Nun verlässt er das Fricktal bereits Ende September – und bleibt im Bistum Basel.

Er werde im Oktober eine Stelle in den Pfarreien Escholzmatt und Wiggen im Kanton Luzern annehmen, erklärte Polycarp Nworie gegenüber der Aargauer Zeitung und macht für den Wechsel «persönliche Gründe» geltend. Näher darauf eingehen wollte er nicht, betonte aber: «Ich habe mich sehr wohl gefühlt und es gab keine Probleme.»

Nachfolge schwierig

Wie sieht es in Eiken und Stein mit einer Nachfolgelösung aus? Schon vor Nwories Amtsantritt hatte im Seelsorgeverband eine zweijährige Vakanz geherrscht.

Gemäss Karl Widmer hat bereits eine erste Besprechung mit Christoph Sterkman, dem Bischofsvikar der Bistumsregion St. Urs, zu der die Kantone Aargau, Basel-Landschaft und Basel-Stadt gehören, stattgefunden. Die vakante Stelle werde ausgeschrieben.

«Allerdings müssen wir uns möglicherweise aufgrund der Personalsituation mit einer Übergangslösung abfinden», so Widmer.

Gerade im Fricktal bestehen derzeit gleich mehrere Vakanzen. Christoph Sterkman nennt die Gemeinden Laufenburg, Eiken und Stein, Herznach, Hornussen und Zeihen. «Als Vertreter des Bistums bin ich im Kontakt mit den örtlichen Kirchenpflegen.

Zuerst werden die Rahmenbedingungen der Neubesetzung besprochen und festgelegt», so Sterkman gegenüber der Aargauer Zeitung. Dann folge bei den Leitungsstellen die amtliche Ausschreibung in der Schweizerischen Kirchenzeitung, meist begleitet von einem Inserat.

Mehrere Gemeinden betroffen

Bezogen auf die Fricktaler Vakanzen erläuterte Christoph Sterkman: «In Laufenburg haben in kurzer Zeit bereits mehrere Gespräche stattgefunden. Wir werden die personelle Besetzung im gesamten Seelsorgeverband Schynberg (Laufenburg, Sulz, Kaisten, Ittenthal) im Auge behalten. Eine Ausschreibung ist in Bearbeitung.»

Allerdings müsse man auch hier einen Plan B als Übergangslösung vorbereiten, falls auf die Ausschreibung hin keine valable Lösung zustande komme.

Bereits ausgeschrieben ist die Pfarrstelle in Herznach, die auf den 1. August vakant wird. «Leider ist keine Bewerbung eingegangen», weiss der Bischofsvikar. Zudem sei in der Zwischenzeit auch der Weggang des interimistischen Gemeindeleiters von Hornussen und Zeihen nach Buchs (AG) bekannt geworden.

«Ich bin im Gespräch mit den örtlichen Gremien. Wir suchen eine personelle Lösung für alle drei Pfarreien des Seelsorgeverbands Homberg.»

Zwar sei das Bistum an dauerhaften Lösungen interessiert, schloss Sterkman, man müsse aber auch realistisch sein: «Übergangslösungen sind leider nicht zu vermeiden.»

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