Pfarrer Alexander Pasalidi geht. Am Sonntag hält er seinen letzten Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Michael. An diesem verabschiedet ihn die Kirchgemeinde Wegenstetten-Hellikon nach fast neun Jahren. Er wird ab dem 1. August das Pfarrer-Amt in Gstaad ausüben. Pasalidi, der seit 17 Jahren Seelsorger und seit 14 Jahren geweihter Priester ist, gab bei Bekanntwerden seines Weggangs gegenüber der AZ mehrere Gründe für den Wechsel an. Erstens «sind im Bistum Basel die Pfarrer und Gemeindeleiter angehalten, nach acht bis zwölf Jahren die Gemeinde zu wechseln». Zweitens sei die Aufgabe in der Diaspora im Berner Oberland gut «für die persönliche Entwicklung». Drittens sei er gerne unterwegs, was ihm im «riesigen» Pastoralraum «Bern Oberland» entgegenkäme. Jedoch ist dem 46-Jährigen der Entscheid alles andere als leicht gefallen: «Ich bin hier damals unglaublich herzlich empfangen worden», sagte er.

Mit dem Wechsel von Alexander Pasalidi als leitender Priester des Pastoralraumteams Möhlinbach entsteht eine Lücke, die jedoch per Oktober wieder gefüllt wird, wie Pastoralraumleiter Daniel Reidy sagt. «Wir sind dankbar und froh, mit Urs Zimmermann einen Nachfolger gefunden zu haben. Er hat im Pastoralraum bereits einige Gespräche geführt.» Für die Übergangszeit von Mai bis Oktober seien bereits für viele Gottesdienste Aushilfspriester gefunden worden.

Priester Alexander Pasalidi

Priester Alexander Pasalidi

Ein bekanntes Gesicht

Zimmermann, der 1995 zum Priester geweiht wurde, ist im Pastoralraum Möhlinbach kein Unbekannter. Er hat in den vergangenen Jahren öfters als Aushilfspriester Gottesdienste gestaltet und zweimal die Erstkommunion in Möhlin begleitet. «Ich kann es gut mit Daniel Reidy. Zudem gibt der Pastoralraum Möhlinbach dadurch, dass seine vier Pfarreien alle in dem gleichen Tal liegen, ein relativ homogenes Bild», begründet Zimmermann seine Motivation für die Stelle des leitenden Priesters.

Zimmermann ist gelernter Drogist, studierte Theologie und war von 2003 bis 2013 Pfarrer in der Pfarrei St. Verena in Bad Zurzach. «Ich habe nach dieser Zeit Distanz von der Kirche gebraucht, eine Rückkehr jedoch nie ausgeschlossen», erzählt Zimmermann, der ab 2014 als Redaktor für die Regionalzeitung «Die Botschaft» tätig war. Nachdem Zimmermann in seiner Probezeit als Chefredaktor des Pfarrblattes «Kirche heute» nicht glücklich wurde, weil er «zu sehr an den Schreibtisch gebunden» und «zu wenig in Kontakt mit Menschen» war, entschied er sich wieder für den Kirchen-Dienst und besetzte mehrere vakante Stellen verschiedener Pfarreien. Derzeit ist Zimmermann als Seelsorger in der Pfarrei St. Vinzenz in Pfaffnau LU tätig. «Für mich geht es darum, die Menschen und ihre Bedürfnisse wichtiger zu nehmen als liturgische Ordnungen oder kirchenrechtliche Vorschriften.»