Fricktal
Petitionen Berufsbildungszentrum: «Solidarität mit der Region ist erfreulich»

Das Berufsbildungszentrum Rheinfelden bleibt erhalten – für die Initianten der beiden Petitionen geht die Arbeit weiter. Für sie gibt es keinen Grund, jetzt aufzuhören.

Thomas Wehrli
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Rolf Schmid (links) und Christoph Grenacher (rechts)

Rolf Schmid (links) und Christoph Grenacher (rechts)

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Das Fricktal kann (vorerst) aufatmen: Im neuen Umsetzungsvorschlag zum «Standort- und Raumkonzept Sekundarstufe II» tastet der Regierungsrat das Berufsbildungszentrum Fricktal (BZF) nicht an. Während die anderen Berufsschulen Federn lassen müssen (aber zumindest alle weitergeführt werden), bleibt das BZF als einziges Berufsbildungszentrum im Kanton eine gemischte Schule. In Rheinfelden werden somit auch künftig sowohl kaufmännische als auch gewerblich-industrielle Berufe unterrichtet. Noch ist es erst eine Absichtserklärung: Den definitiven Entscheid fällt der Grosse Rat.

Solidarität mit der Region

Dennoch: Die Freude im Fricktal ist gross – gerade auch bei den Initianten der beiden Petitionen zum Erhalt des BZF. «Die Solidarität mit der Region ist erfreulich», sagt Rolf Schmid. Der 23-Jährige sammelt seit Ende März online Unterschriften. Bislang sind 1034 zusammengekommen. Bislang, denn die Sammelaktion läuft nach wie vor. «Es gibt keinen Grund, jetzt aufzuhören», sagt Schmid. Denn schliesslich entscheide ja eben der Grosse Rat, was Sache ist. Schmid wird die Unterschriften der Regierung «im Mai» übergeben; der Übergabetermin steht noch nicht fest.

Schmid geht wie Christoph Grenacher davon aus, dass «das starke Zeichen aus der Region» einen Einfluss auf den Entscheid der Regierung hatte. Dieses Zeichen «konnte in Aarau nicht negiert werden», sagt Grenacher. Er sammelte auf die herkömmliche Art Unterschriften – vorab beim Gewerbe, das von einer Schulschliessung besonders betroffen wäre. 280 Unternehmen mit insgesamt 6500 Beschäftigten und 500 Lehrlingen sowie 14 Gemeinden unterschrieben seine Petition.

Mit seinem Entscheid, das BZF als gemischte Schule weiterzuführen, anerkenne der Regierungsrat auch die spezielle geografische Situation der Region, so Grenacher, der in Kaisten eine Kommunikationsagentur führt. «Aarau hat offenbar zur Kenntnis genommen, dass das Fricktal nicht einfach vom Kanton abgekoppelt werden kann.»

Da die detaillierte Berufszuteilung an die einzelnen Schulen noch aussteht, geht für Grenacher der Kampf weiter. Arbeitgeber und Schulleitung müssten nun – noch vor dem Entscheid des Grossen Rates über das Standortkonzept – gemeinsam eine unverkrampfte und offene Diskussion lancieren, «welche zukunftsträchtigen Berufe auch künftig am BZF angeboten werden sollen». Grenacher verhehlt dabei nicht, dass er die Zukunft in einem weiteren Ausbau des BZF sieht. Denn: «Ein gut ausgestattetes Berufsbildungszentrum ist für die Standortattraktivität der Region entscheidend.»

Kanäle ergänzten sich

Auch wenn die Region diesmal ungeschoren davonkommt, sie also «den Kopf noch einmal aus der Schlinge» ziehen konnte, wie es Schmid formuliert – die Gefahr, dass bei der Bildung gespart wird, ist für ihn nicht gebannt. «Wir müssen genau hinsehen, wo und wie gespart werden soll, und uns dagegen wehren.» Mit anderen Worten: Die nächste Petition kommt bestimmt. Virtuell oder klassisch, mit Unterschriftenbogen. «Die beiden Kanäle haben sich bestens ergänzt», ist Schmid überzeugt. «Denn sie haben je ein anderes Publikum angesprochen.»

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